Katinger Watt – mit Tele-Zoom auf Vogelfang

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April, Mai, Juni, das sind für mich die schönsten Monate im Jahr. Nicht nur, dass die Natur erwacht, es überall grünt, wieder warm wird und die Tage länger. In diesen Monaten ist auch die Brutzeit vieler Küstenvögel, die ihren Nachwuchs bei uns an der Nordseeküste großziehen werden.

Das Katinger Watt, mit seinen weiten Wiesen- und Wasserflächen, ist eine der artenreichsten und landschaftlich reizvollsten Kinderstube. Es liegt quasi vor meiner Haustüre und doch ist es schon erstaunliche zwei Jahre her, dass ich dort die kleinen Graugänse beobachtet habe. Warum eigentlich?

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Vogelbeobachtungshütten im Katinger Watt

Vor meiner ersten Entdeckungstour in die Welt der Graugänse hatte ich mir ein sündhaft teures Tele-Zoom gekauft und tatsächlich ein paar schöne Szenen einfangen können. Doch das Objektiv und ich wurden keine Freunde; zu groß, zu schwer, zu umständlich. Es landete in der sprichwörtlichen Ecke.

Aber das Thema will mich nicht loslassen. Begeistert (und ein wenig wehmütig) folge ich Tanja oder Cindy und Ihren faszinierenden gefiederten Bildern. Oder Linsenfutter. Und bei Linsenfutter lief sie mir über den Weg. „Das ist es!“, wusste ich sofort.

Das ungeliebte Tele ließ sich verkaufen und eine P900 wurde bestellt.

Jetzt konnte ich es kaum erwarten, wieder auf Vogelfang zu gehen. Am ersten sonnigen Nachmittag ging’s los.

Die Vogelbeobachtungshütten liegen nicht weit vom NABU Naturzentrum Katinger Watt. Man parkt am besten am Zentrum und läuft dann den Deich hinauf und ein Stück über die Schafswiesen. Von dort führt ein schmaler Weg zwischen zwei hohen Erdwällen direkt zu den Hütten.

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Herr Schnatterente schüttelt sich das Wasser aus den Federn

In den Hütten trifft man neben Vogelfreunden mit Fernglas auch auf den passionierten Naturfotografen, der in tarnfarbener Outdoor-Kleidung seine „lange Tüte“ samt Stativ vor einer der Schiebeluken positioniert. Im Raum nur gedämpftes Flüstern, kaum hörbares Summen der Zoom-Motoren, diffuse Lichtfetzen, die durch die Holzspalten einfallen.

Und ich mittendrin, in rotem Hemd und mit lautem Klick-Klick. Herrjeh…

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Familie Graugans

„Eine P900?“, spricht mich plötzlich ein Herr an, der gerade seine Kamera neben mir auspackt. „Darf ich ihnen zeigen, wie Sie das Klicken ausstellen können?“, flüstert er fragend und hat meine Kamera schon in der Hand.

„Ich habe sie ganz neu“, entschuldige ich mich und beschließe, das jetzt nicht peinlich zu finden.

„Ach, sie fotografieren im Automatikmodus?“, fragt er weiter, nachdem er meine Kamera auf lautlos gestellt hat. „Für Vögel würde ich…“, und schon erhielt ich einen kompakten Einführungskurs in meine neue Kamera.

Der freundliche Herr schob mir dann noch seine Visitenkarte hin. Falls ich noch Fragen hätte. Wie nett!

Ein paar Minuten später hörte ich ein leises „Mist, Speichkarte voll!“ und der freundliche Natur-Fotograf René Schaack verabschiedet sich. Sieh an, auch der Profi hat mal eine Panne!

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Der schlafende Schwan

Mein Speicherplatz reichte locker für eine stattliche Ausbeute von über 300 Graugans-, Säbelschnäbler- und Entenbildern.

Nach der ersten Durchsicht sollten so bummelige 100 Fotos übrig bleiben, ein Viertel davon wird es wohl in den Blog schaffen. Kein zu schlechter Schnitt, finde ich.

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Die Graugans – sehr fotogen und eines meiner Lieblingsmotive

Und ich habe eine Menge Neues gelernt und gesehen. Ich habe den Flussregenpfeifer kennengelernt (der kleine Piepmatz mit den gelben Augenringen), meinen ersten Silberreiher fotografiert und eine Schatterente – ja, die gibt es wirklich, die heißt tatsächlich so – beim Trockenschütteln erwischt.

Nur der Haubentaucher, der war mir abgetaucht. Plötzlich war der Sucher leer und ich konnte ihn nicht wiederfinden. Wie schade. Aber Spass hat es trotzdem gemacht!

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Vollerwiek und die Inspiration des Meeres

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„Wo geht’s denn hier zum Strand?“, wurde ich schon oft von meinen Urlaubsgästen gefragt. Dann erkläre ich Ihnen, neben Büsum, St. Peter und unserer Badestelle im Wesselburenerkoog auch den Weg nach Vollerwiek. Gleich nach dem Eidersperrwerk die erste Abzweigung links.

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Die schmale Straße schlängelt sich schon nach ein paar hundert Metern durch den kleinen Ort und wenn man bereits das Gefühl hat, da kommt nichts mehr, taucht hinter der letzten Kurve der Deich mit dem vorgelagerten Parkplatz auf.

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Vollerwiek hat ca. 5 km Deich und dieser verläuft in einer fast 90 Grad Kurve um die Badestelle herum. Gepflegter Rasen, ein paar Strandkörbe, ein Mini-Eckchen Strandsand und ein Schwimmponton schmiegen sich in die „Badeecke“, wie die Vollerwieker ihr Stückchen Nordsee liebevoll nennen.

Die Preise für Strand und Strandkorb sind in Vollerwiek moderat, das Parken ist kostenfrei. Hinter dem Deich befindet sich ein Bistro und vor dem Deich die Weite der Nordsee. Der befestigte Weg führt linker Hand bis zum Eidersperrwerk, in der anderen Richtung kann man bis St. Peter laufen.

Zurück lohnt es sich auch, die kleinen Deich-Wege landseitig zu nehmen.  Die landschaftliche Idylle hört auf Eiderstedt nicht an der Küstenlinie auf.

Niedliche Reetdach-Katen ducken sich hinter den Deich, der Blick schweift über satt grünes Weideland und hier und da taucht ein großer Hof umringt von knorrigen windschiefen Bäumen auf. Wildrosenhecken.

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Diese Schönheit der Natur und die Faszination des Meeres inspirieren auch viele Künstler. Auf der Eiderstedter Halbinsel gibt es zahlreiche Galerien und Ateliers. Gefühlt sogar mehr Künstler und Kunstschaffende als es Hofläden in Dithmarschen gibt. Das Worpswede Schleswig-Holsteins. Kreativität braucht Schönheit und Weite.

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Einige der Eiderstedt Künstler haben sich dem Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt e.V. „KunstKlima“ angeschlossen. Sie veranstalten gemeinsame Ausstellungen im Alten Rathaus Garding und den Tag der offenen Ateliers.

Der Tag der offenen Ateliers findet jeweils im April und im August statt. Man kann den Besuch ganz wunderbar mit einer Fahradtour verbinden (die Wege sind meist nicht weit).

Eines der KunstKlima Ateliers liegt auch am Deich in Vollerwiek, die Galerie Meerkunst von Karin Dreier:

In Ihren Nordsee – Aquarellen ist der Standort Programm: Watt, Wind, Wellen, Dünen, Deiche, Schafe, Haubarge, Katen und Kirchen — Nordsee — himmelweit.

(von Ihrer Homepage – besser hätte ich es nicht ausdrücken können)

Und während ich noch so vor dem Deich schlenderte, die leichte Sommerbrise meine Gedanken mitnahm, fiel mein Blick auf ein Stück Holz. Erst dachte ich: „Ach nö, so ein schmuckloses Brettchen mit rostigen Nägeln.“

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Aber man braucht kein begnadeter Künstler zu sein, auch ich war schnell inspiriert. Etwas Farbe, ein Spruch und ein Draht zum Aufhängen… (die ganze Geschichte bei FarbFrisch).

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Und so verbindet sich auch meine Liebe zum Meer mit meiner Freude am Gestalten – das Rauschen der Wellen vor Vollerwiek mit meinen eigenen „kreativen“ Ideen. Das fühlt sich gut an.

Am Eider-Deich ist die Welt nicht (mehr) zu Ende

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Einst war die Dithmarscher Welt am Eiderdeich zu Ende. Und einst ist nicht mal ein halbes Jahrhundert her. Vor dem Bau des Eidersperrwerkes endete die sandige Dammstrase des Wesselburenerkoog am Eiderdeich. Wer zu jener Zeit nach Eiderstedt wollte, hatte einen weiten Weg über Tönning.

Es gibt sogar noch Zeitzeugen, die von einer Querung über’s eisbedeckte Wasser berichten können. Als Winter noch Winter waren und die Eider zufror…

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Heute fährt man durch’s Sperrwerk und ist in null-komma-nix auf Eiderstedt. Aber die 236 Meter lange Röhre unter dem Eider-Sperrwerk hindurch hat es bis heute nicht geschafft, die ehemalige Trennung zu begleichen.

Hinter dem Tunnel beginnt eine andere Welt. Grünland, Weidevieh und große, oft einsam liegende Höfe prägen das Landschaftsbild. Echten Weitblick unter hohem Himmel, das gibt es noch auf Eiderstedt.

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„Vogelschutzgebiet“ heißt das Zauberwort, das den Bauern jenseits der Eider das Wirtschaften erschwert, das intensiven Ackerbau und Windkraft stark einschränkt, das Eiderstedt jedoch so lebenswert macht. Und das bei mir immer wieder ein Gefühl von Urlaub hervorzaubert (da muss es nicht mal St. Peter sein).

Mit dem Fischbrötchen geht es schon los. Oft holen wir uns eines vom Kiosk am Sperrwerk, doch auf der anderen Seite im Fischbistro „Katinger Watt 1“ schmeckt es gefühlt noch besser.

Dabei gibt es dort die gleiche Speisekarte (plus einem täglich wechselnden Fischteller), den gleichen Inhaber und nicht mal den Blick auf die Eider. Aber es ist etwas Besonderes dort auf der Terrasse zu sitzen und auf die grünen Wiesen des Katinger Wattes zu schauen.

Noch schöner ist die Aussicht im Cafe Mahre, keine 5 Minuten entfernt, das idyllisch inmitten der Wattwiesen und am Katinger Priel liegt.

Die Speisekarte ist überschaubar und lässt vor allem Kartoffel-Fan-Herzen höher schlagen. Es gibt frisch gekochte Pellkartoffeln oder frisch zubereitete Bratkartoffeln mit den klassischen Beilagen wie Matjes oder Brathering aber auch einfach nur mit Quark.

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„Pellkartoffeln mit Quark“ habe ich schon als Kind geliebt und wenn die Küche dann noch Garnelen in Chili-Vanille-Salz dazu zaubert, dann brauche ich nicht mehr um glücklich zu sein.

Wer nicht so kartoffelig aufgelegt ist, der bestellt sich einen Pfannkuchen oder einen Kaffee, schaut in die Ferne und geniesst die Ruhe.

Und für den obligatorischen Blick über den Nordseedeich ist es bis zur Vollerwieker Badebucht auch nicht weit.

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So, so, von Vollerwiek habt Ihr noch nie etwas gehört? Ich nehme Euch mit, nächste Woche, versprochen!

Eine Bahnfahrt, die ist lustig…

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Auf Lutz Pauser’s Blog Zwetschgenmann habe ich vor einiger Zeit von einer Web-Seite gelesen, auf der Foto’s von Bahnhöfen gesammelt werden. Gaby Becker sammelt mit ein paar Mitstreiterinnen auf der Seite Deutschlands Bahnhöfe alle (das sind immerhin 5652) Bahnhöfe im Lande.

Neugierige geworden, hatte ich gleich mal geschaut und tatsächlich, beide Bahnstrecken vor meiner Haustür sind noch nicht erfasst. Also habe ich mich aufgemacht, um genau das zu ändern und kann Euch nun auf eine imaginäre Zugfahrt von Tönning nach St. Peter Ording mitnehmen.

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Um 16:01 Uhr steigen wir in Tönning in den Zug. Nach 4 Minuten erreichen wir schon den ersten  Haltepunkt in Kating, ein Bus-Häuschen auf dem Damm. Kein Haus, kein Baum, kein Strauch, kein Parkplatz. Nur zwei Fahrräder lehnen am Fahrradständer.

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Um 16:08 erreichen wir nach weiteren 3 Minuten den Haltepunkt Katharinenheerd.

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Der Ortsname Katharinenheerd ist sicher vielen St. Peter Ording Besuchern, die über die B 202 an die Küste fahren, ein Begriff. In Katharinenheerd angehalten ist wohl kaum jemand.

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Ich, ehrlich gesagt, auch nicht, und ich hätte nicht mal vermutet, dass es dort einen Bahn-Haltepunkt gibt.

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Weiter geht’s Richtung Garding. In der über 2000 Einwohner fassenden Stadt mitten auf Eiderstedt hätte ich jetzt etwas „mehr“ Bahnhof erwartet, aber auch hier nur noch ein Haltepunkt mit Wartehäuschen. Unsere Ankunftszeit: 16:12

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In nur knappen 2 Minuten, genauer gesagt um 16:14 kommt schon der nächste Halt, Sandwehle. Dieser Haltepunkt ist nach einer Deichbruchstelle benannt. Das einbrechende Wasser spülte ein tiefes Loch aus, das „Wehle“ genannt wird und für den Streckenbau wieder zugeschüttet wurde.

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Hier scheinen nur zwei Kühe auf unseren Zug zu warten.  Nach kurzem Halt geht es weiter Richtung Tating. Diesen Haltepunt erreichen wir um 16:18

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Von Tating aus nähern wir uns langsam der Küste. Die Bahnstrecke verläuft in einem langen Bogen Richtung St. Peter. Der erste Halt bei St. Peter Dorf liegt schmuck eingebettet in Rosenbeete und wird Bad St. Peter Süd genannt. Ankunft 16:32

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Nun sind es nur noch 4 Minuten bis zur End-Haltestelle St. Peter Ording und dort gibt es wieder ein richtiges Bahnhofes-Gebäude. Auch wenn es der Bahn nicht mehr gehört, so werden dort immerhin noch Fahrkarten verkauft.

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In St. Peter Ording endet unsere Zugfahrt um 16:27. Wer will, bleibt einfach sitzen und fährt die 26 Minuten zurück nach Tönning.

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Der Ordinger Bahnhof ist das letzte, noch erhaltene Gebäude einer früher sogar für den Güterverkehr ausgebauten Bahnstrecke.

Der Rückbau in eine eingleisige Verbindung machte die Bahnhofs-Gebäude überflüssig, sie verfielen zum größten Teil und wurden abgerissen.

Wer sich für die ganze Geschichte der Bahnstrecke Tönning – St. Peter Ording interessiert, kann hier mal schauen:

Die Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt

So, und ich werde jetzt meine Fotos beim OpenData-Projekt Fotos von Bahnhöfen anmelden.

Nachtrag 12.07.2017 – Sie sind online:

DeutschlandsBahnhoefe

„Geheim“-Tipp zum Kaffee

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Landkaffees schießen zurzeit ja wie die Pilze aus dem Boden. Man geht wieder ins Café. Das war nicht immer so, galt eine Zeitlang sogar als spießig. Ich erinnere mich auch Zeiten, in denen es schwierig war ein Café zu finden, das selbstgebackenen Kuchen anbot.

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Nicht so in Andresen Schankwirtschaft. Dort wurde schon immer selbst gebacken. Dort kam keine „Konditor-Einheits-Torte“ oder TK-Ware auf die blankpolierte Tischplatte. Aber nicht nur Andresens Mandarine-Schmand Kuchen machte die Schankwirtschaft in Katingsiel gleich hinter dem Katinger Deich zum Geheimtipp.

Das Lokal unter Reet ist die älteste Schankwirtschaft der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste (1668).  Bei schlechtem Wetter sitzt man in kleinen Stuben, jede mit ihrem ganz eigenen, historischen Charme und wunderschönen Delfter Kacheln an den Wänden.

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Bei schönem Wetter sind die Plätze vor der roten Backsteinfassade besonders begehrt und man braucht ein Fünkchen Glück, um einen zu ergattern.

Die Trümmertorte schmeckt aber auch auf der Holzbank mit Blick auf den grünen Deich. Erst einen schönen Kaffee dazu und dann einen Eiergrog hinterher. Es ist sträflich, Andresens Schankwirtschaft zu besuchen und keinen Eiergrog zu bestellen.

Denn wirklich legendär wurde das Lokal durch seinen Eiergrog (nach dem Geheimrezept der blonden Kathrein). Der soll ja bis nach Hamburg bekannt sein.

Wie Wilhelm Andresen selbst, ein Eiderstedter Original, der es liebte, seine Gäste mit witzigen Begebenheiten aus seinem Leben zu unterhalten. Man war fast enttäusch, wenn Wilhelm mal nicht zugegen war…

Leider ist Wilhelm Andresen im letzten Sommer verstorben, aber wer ihn einmal in seiner Schankwirtschaft erleben durfte, wird ihn immer in Erinnerung behalten.

Wie die Kachelstube, den Schmandkuchen und natürlich den Eiergrog.

2016‘er Fundstücke – Schaf, Rosen und Meer

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Das Haus Peters in Tetenbüll auf Eiderstedt, der ehemalige Kolonialwarenladen, ist heute Museum und Galerie. Im letzten Jahr war ich gleich zweimal dort, einmal im April und dann zu dem „Schaf, Rosen und Meer“- Wochenende im Juni; ein Wochenende mit Verkauf von Rosenablegern und Kunsthandwerk.

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Der Juni-Besuch hatte es nicht in den Blog geschafft, das ist schade, denn gerade im Juni blüht der Haus-Peters-Bauergarten in voller Rosenpracht. Und jetzt im grauen Februar tut Farbe ja so gut und lässt die Vorfreude auf Frühjahr und Sommer wachsen.

Die Rosen, die Töpferarbeiten und das musikalische Duo Vilou – so bunt ist Sommer.

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Das Haus Peters Programm für 2017 ist auch schon geschrieben. Hier ein kleiner Auszug:

  • 24./25.6. „Schaf, Rosen und Meer“- Wochenende mit Verkauf von Rosenablegern und Kunsthandwerk
    Verkauf von Ablegern der historischen Rosen aus dem Bauerngarten, Wissenswertes, Schönes und Köstliches rund um die Rose, …
  • 12./13.8. Buntes Sommerwochenende mit Kunsthandwerk
    Silberschmuck, Keramik, Gartenkeramik, Filzarbeiten, Mode, Altes Leinen, Schmuck, Weidenarbeiten, … Musik: Vilou (13.8.)
  • 7. Oktober bis 25. Februar 2018: Ausstellung von Ole West

SnapShots – Adventskalender

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Mit ein paar Aufnahmen des Tönninger Packhauses, das sich zur Adventszeit nun schon seit 19 Jahren in den längsten Adventskalender der Welt verwandelt, möchte ich mich in die Weihnachtspause verabschieden.

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Das historische Packhaus verwandelt aber nicht nur seine Fassade in ein funkelndes Weihnachtsmärchen, im Packhaus findet an den vier Adventswochenenden ein Weihnachtsmarkt statt, der mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist.

Wer also noch immer mit der Weihnachsstimmung hadert, kann ja mal einen Ausflug nach Tönning planen. Das Packhaus und der Hafen im Weihnachtsglanz stimmen ganz wunderbar ein. Bei mir hat es funktioniert!

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Euch allen noch eine schöne Adventszeit und ein entspanntes Weihnachtsfest!

54 Grad Nord und 8 Grad Ost

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Genauer gesagt: 54°22’24,1″ Nord und 08°38‘23,7″ Ost, Kennung Ubr.(3) w.r.gn.-15s [(1)+2+(1)+2(1)+8 s], Höhe 40 Meter und seit Mai 1908 in Betrieb. Ich spreche von der Schönheit des Nordens. Ihr habt keine Idee?

In Deutschland trägt er die Nummer 307140, international die Nummer B1652, er leuchtet in drei farblichen Sektoren bis zu 21 Seemeilen (etwa 39 Kilometer) weit und wirft auch einen Schatten.

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Ich spreche vom Leuchtturm vor Westerhever, dem Leuchtturm Westerheversand, der wohl schönste und bekannteste Leuchtturm an der Westküste. Und wohl auch der am meisten fotografierte Leuchtturm.

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Ob im Morgennebel, in strahlender Sonne, bei Landunter oder mit Eis und Schnee. Vor dem Abendhimmel oder fast schon bei Nacht, mit Zugvögeln oder Schafen im Vordergrund und sicher auch bei Dauerregen, dieses Bauwerk fasziniert und sieht immer fantastisch aus.

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Bei Tag und von Land ist der Leuchtturm unverwechselbar, bei Nacht und von See aus nur ein blinkender Punkt am Horizont. Die Abfolge des Blinkens ist die Kennung eines Leuchtturmes, sein unverwechselbarer „finger print“, der dem Navigator auf See verrät, auf welchen Punkt er zusteuert.

Der Westerhever Leuchtturm leuchtet alle 15 Sekunden in gleichen Phasen: 1 Sekunde dunkel, 2 Sekunden hell, 1 Sekunde dunkel, 2 Sekunden hell, 1 Sekunde dunkel und 8 Sekunden hell (also (1)+2+(1)+2(1)+8 s).

Das helle Licht erscheint je nach Richtung weiß, rot oder grün (also w.r.gn.) und wird von drei Dunkelphasen unterbrochen (also Ubr.(3)).

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So, genug von drögem Seemanns-Wissen.

Bei meinem letzten Besuch am Leuchtturm machte ich eine Entdeckung, entdeckte den historischen Stockenstieg.

Es begann mit einer kleinen Panne; der Parkplatz am offiziellen Deichübergang ist seit einiger Zeit mit einer kostenpflichtigen Schranke versehen und ich hatte kein Geld dabei. Ach, wie blöd…

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Also den Deich entlang um eine Alternative für’s Auto zu suchen und dort über den Deich. Und dort entdeckte ich den schmalen Pfad, der den Weg zum Leuchtturm deutlich abzukürzen schien und quer-feld-ein durch die Salzwiesen führte.

Aber ein Schild warnte mich: „Alle Wege führen zum Leuchtturm, nur dieser nicht“. Ach, wie schade…

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Umso erstaunter war ich, als ich (über den üblichen Weg) am Turm angekommen doch tatsächlich die gleiche ziegelartige Wegbefestigung wiederfand, und der schmale Pfad direkt zurück in die Salzwiesen führte.

Aber ein Schild warnte erneut: „Der Stockenstieg ist von November bis Mai gesperrt, die Brücke über den (soundso-)Priel abgebaut…“. So, so und das soll ich jetzt glauben? Da hat tatsächlich jemand die Brücke abgebaut??

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Die Sonne sank langsam Richtung Horizont, es wäre bald dunkel geworden und ich hatte es nicht darauf ankommen lassen – mir aber fest vorgenommen, das „mit der Brücke und dem Priel“ irgendwann nochmal genauer zu erkunden.

Meerwasser und Spökenkiekerei

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„Geht Ihr denn auch mal Schwimmen?“, wurde ich in diesem Sommer von Urlaubsgästen gefragt. Aber klar, nur nicht dort, wo alle Urlauber schwimmen gehen, nicht in St. Peter oder Büsum. Mich findet man im Sommer ganz klassisch im Freibad.

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Dabei sah es erst gar nicht nach Baden aus. Der Sommer geriet im Juli etwas ins Stocken, hat dann jedoch im August noch mal ordentlich nachgelegt. Meine Bilanz: drei Wochen Sommersonne im Schwimmbad – jeden Tag – wie in alten Kindertagen – ein Vintage-Sommer für mich. Herrlich!

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Das Meerwasserschwimmbad in Tönning liegt direkt an der Eider. Gleich hinter dem Eiderdeich. Eine Fußgängerbrücke führt vom Bad zur Badstelle an der Eider. Der Besucher hat die Wahl, Schwimmen im Meerwasserbecken, Laufen an der Eider. Strandkörbe gibt es hier wie dort. Und richtig genial sind die Eintrittspreise, die Tageskarte (!) kostet drei Euro.

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Ermöglicht werden solche Preise durch viel privates Engagement – im Förderverein Meerwasserschwimmbad Tönning. Der Verein ist ständig auf der Suche nach  Möglichkeiten, die Kosten im Freibad zu senken und es gleichzeitig attraktiver zu gestalten. Ein Spagat des vermeintlichen Widerspruches.

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Wer vom Eidersperrwerk kommend über Olversum Richtung Tönning fährt, kommt auch an einem kleinen Reetdach-Häuschen namens Spökenkieker vorbei.

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Allein der Name Spökenkieker (auch „Spuk-Gucker“ – also Menschen, die gruselige Geschehnisse vorhersagen) hatte mich schon lange neugierig gemacht. Aber wie das so ist mit den Dingen direkt vor der Haustür, man verschiebt sie gern auf‘s nächste Mal.

Nun war ich aber fast drei Wochen lang zweimal am Tag vorbeigefahren und doch endlich einmal angehalten…

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Das Info-Haus Spökenkieker ist seit 2007 ein Informationszentrum, das vom Verein Grüne Insel Eiderstedt e.V. betrieben wird. Es soll über das Leben und die Arbeit in der Natur Eiderstedts informieren (Eintritt ist frei).

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Denn gerade auf Eiderstedt stehen Naturschutz und Naturnutzung in einem steten Spannungsfeld zueinander. Auch wieder ein Spagat, der in der Ausstellung bewusst in den Mittelpunkt gestellt wurde.

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Das Haus Spökenkieker sowie das Meerwasserschwimmbad in Tönning sind jetzt in der Winterpause. Aber ich habe einen Trost: der nächste Sommer kommt bestimmt und dann heißt es wieder: „Kiek mol rin!“

 

Westerhever Strand

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Es ist Hochsaison, die Straßen sind voll, die Strände auch. Sogar der Sommer lässt sich wieder sehen, hier bei uns an der Nordsee. 28 Grad und blauer Himmel zaubert allen Gästen und Heimischen ein fröhliches Lächeln ins Gesicht.

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Es wird nicht entschieden, ob man an den Strand fährt, man überlegt höchstens, an welchen Strand es gehen soll. Friedrichskoog, Büsum, St. Peter-Böhl, -Bad oder -Ording? Aber wie wäre es mal mit Westerhever?

Dort, wo der wohl bekannteste Leuchtturm der Westküste steht, der Turm zwischen den zwei rot-weißen Häusern, das heimliche Wahrzeichen Schleswig-Holsteins, gibt es auch Strand.

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„Geheimtipp“ wäre wohl etwas hochgegriffen, aber Westerhever ist bei weitem nicht so überlaufen wie St. Peter an einem sonnigen Julitag. Dabei sieht es zunächst gar nicht nach Strand aus, wenn man die Deichkrone in Westerhever erklommen hat.

Salzwiesen, soweit das Auge reicht. Ein schmaler Weg schlängelt sich den Deich hinunter und führt dann schurgerade Richtung Nordsee.

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Leuchtturmbesucher biegen links ab, Strandbesucher laufen geradeaus weiter. Bis zur Vorlandkante kann man auch radeln, dann geht es weiter durchs Watt.

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Vorbei an den Brut- und Rastplätzen der gefiederten Küstenbewohnern. Der Weg zum Strand ist mit Pfählen markiert, bei Flut läuft man durch knietiefes Wasser.

Unterwegs und so ganz nebenbei kann man sich über die Entstehung der Salzwiesen informieren. Infotafeln mit kurzem Text und anschaulichen Darstellungen erklären die verschiedenen Zonen.

Es beginnt mit der Quellerzone, die, regelmäßig überflutet, nach den fleischig grünen Quellerpflanzen benannt ist.

Queller kann man sogar essen,  er schmeckt nach salziger Nordsee. Liebhaber verwenden ihn im Salat.

Die untere Salzwiese wird nur noch ca. 200 mal im Jahr überflutet und dort wächst der Strandflieder, der zurzeit wunderschön lila blüht.

Strandbeifuss wächst in der oberen Salzwiesenzone mit seltenen Überflutungen. Er sieht ein wenig silbrig aus und hat einen intensiven Geruch. Den Strandbeifuss haben sich  früher die Halligbewohner in die Kleiderschränke gehängt, um die Motten zu vertreiben.

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Zugegeben, es sind schon ein paar Schritte – genau gesagt 30 Minuten – bis man über die Salzwiesen und durch das Watt den Westerhever Sand – so wird der Strand genannt – erreicht. Belohnt wird der Fußmarsch mit einer fast 9 Kilometer langen Sandbank inmitten der Nordsee.

Bei Flut mutiert die Sandbank zur Insel.

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Ein grenzenloser Blick auf das weite Meer, feinster weißer Sandstrand und das Motiv für eines der schönsten Urlaubsfotos schlechthin im Hintergrund –  ja, so machen Sommer und Urlaub Spaß!