Fundstücke – von Urlaub, Freundschaft und Bratlingen

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Es ist ja nicht so, dass ich nicht in den Urlaub fahre. Aber ich muss schon feststellen, dass ich in den letzten Jahren eher selten im Urlaub war.

Schließlich lebe ich da, wo andere Urlaub machen, habe St. Peter Ording, das Watt und die Nordsee vor der Tür und genieße dieses Glück in vollen Zügen.

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Vielleicht ist deswegen meine Sehnsucht nach Badeferien am Mittelmeer oder Wanderwochen in den Bergen nicht sehr ausgeprägt. Aber es gibt schon Sehnsüchte, die sofort wieder einsetzen, sobald ich auf dem Heimweg bin.

Zum Beispiel auf der Fähre von Helgoland (ich bin bekennend Helgoland-verliebt) oder beim Packen nach einer Woche Dänemark.

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Mein allererster Dänemarkurlaub liegt Jahrzehnte zurück. Mit einer Clique Freunden über Sylvester. Zwei Häuser mussten wir mieten, so viele waren wir. Dann gab es ein paar Jahre ohne Dänemark und schließlich habe ich es für die Winterzeit neu entdeckt.

Nicht mit dem Partner, nicht in der Gruppe, sondern mit der besten Freundin. Das Haus in den Dünen, leere Strände und die Freundin – meine perfekte Urlaubskonstellation.

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Ich glaube, für Dänemark im Winter muss man entweder frisch verliebt sein oder eben mit der allerbeste Freundin anreisen (vielleicht geht auch allein, aber das habe ich noch nicht probiert).

Wer im Winter an die See fährt, wird wenig Unterhaltung oder Abwechslung finden.

Im Winter an der See sind die eigenen Sinne gefragt. Sich öffnen für den Zauber des Meeres. Für das Rauschen der Wellen, das Schreien der Möwen aber auch für die Stille. Für den salzigen Geschmack auf den gischt-nassen Lippen, für dem Geruch des Meeres.

Für die kleinen Dinge, für Weite, Licht und auch mal Sternenhimmel.

Einen Regenbogen entdecken und zusammen bestaunen, gemeinsam über den Hund lachen, der mit Stock und Schaum kämpft, mit kindlicher Freude die eigenen kleinen Standfunde bewundern lassen, miteinander der untergehenden Sonne nachschauen.

Eine wirklich gute Freundin ist eine Kostbarkeit, ein Geschenk, das man sich nicht suchen, aber das man finden kann.

Vor fast 20 Jahren sind wir das erste Mal an die dänische Westküste gefahren. Unsere „weißt-du-noch-Liste“ ist mittlerweile ganz schön lang geworden.

Und wenn wir wieder zusammen am Strand laufen, ist das ein Gefühl, als wäre der erste Urlaub erst gestern gewesen.

Dänisches Weißbrot und Makrelensalat zum Frühstück, frisch gebackene Pancakes mit Blaubeermarmelade zum Cappuccino und gemeinsames Kochen am Abend. Wir haben so über die Jahre unsere Rituale entwickelt, als würden wir schon immer zusammenleben.

Wir bringen uns gegenseitig Tulpen mit und stellen beide Sträuße in eine Vase, essen am ersten Abend Muscheln mit Käsesoße aber probieren auch mal Neues. Jetzt im Februar war es ein Rezept, das die Freundin gefunden hatte.

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Nicht im Netz oder in einem Kochbuch sondern auf einem Schmierzettel, der irgendwo vergessen wurde. Auch so ein Fundstück. Was liegt also näher, als die Bratlinge des gefundenen Rezeptes „Fundstücke“ zu nennen und an einem Abend „Fundstücke mit Ingwer-Möhren“ auszuprobieren.

Für die „Fundstücke“ baucht Ihr

3 Möhren
250 g kernige Haferflocken
250 g Kräuterquark
2 rote Zwiebeln
175g geriebenen Emmentaler
1 Bund Lauchzwiebeln
1 Päckchen TK Gartenkräuter
3 Eier
1 Tl. Salz, etwas Pfeffer

Die Möhren raspeln, die Zwiebeln klein schneiden und alle Zutaten in eine große Schüssel geben. Nun mit angefeuchteten Händen beherzt vermengen und die Masse 2 Stunden stehen lassen. Die Haferflocken sollen schön durchweichen. Anschließend nicht zu große Bratlinge formen und in einer Pfanne auf beiden Seiten goldbraun braten.

(Diese Fundstücke machen sehr satt und die Menge reicht locker für 4 Personen. Was übrig bleibt, schmeckt am nächsten Tage auch kalt aus der Hand genascht.)

Ingwer-Möhren

1 Bund Möhren
2 El. braunen Zucker
Butter
1 Orange
1 Stück Ingwer

Die Möhren putzen und in Scheiben schneiden. In einem Topf Butter schmelzen und den braunen Zucker in der Butter karamellisieren. Die Möhrenscheiben hinzugeben, gut mit der Karamellmasse verrühren und etwas andünsten lassen. Eine Tasse Wasser dazugeben und die Möhren weichschmoren.

Anschließend den Saft von der Orange angießen und das Stück Ingwer hineinreiben. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

Noch ein schönes Glas Prosecco dazu (wer mag, kann sich noch einen Quark-Dip anrühren oder einen grünen Salat anmachen) und das Abendessen ist perfekt.

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„Und nachher schauen wir noch mal, ob da draußen das Meer noch rauscht und die Sterne wieder funkeln, ja?“ Mit einer besten Feundin ist man sich sofort einig.

 

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