Blogparade #DHMMeer – Das Meer, mein blaues Band

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Das Meer zieht sich wie ein blaues Band durch meinen Lebensweg. Ohne das Meer wäre ich heute nicht, wer ich bin, was ich bin und ich wäre auch nicht dort, wo ich jetzt bin.

Dabei begann alles ganz unspektakulär abseits jeglicher Strände in der Lüneburger Heide. Selbst mein ursprünglicher Berufswunsch hatte nichts mit Meer zu tun. Nach dem Abi studierte ich, sehr landverbunden und bodenständig,  Vermessungswesen an der FH in Hamburg.

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Damals in Hamburg übernahm das Meer die Regie in meiner Biographie. Nichts war geplant, alles passierte, so wie eine Welle der anderen folgt:

Mein Leben und die Wellen haben eines gemeinsam:
sie treiben etwas an und spülen etwas anderes weg…

An der FH gab es ein Projektangebot, einen Segeltörn in Holland. Damals reizte mich Holland, nicht etwas das Segeln, und ich meldete mich an. Es hatte mich gleich am ersten Tag an Bord gepackt, dieses Gefühl von Freiheit, die Weite, die Wellen und die Stille unter Segeln. Meine Liebe und Sehnsucht zum Meer waren erwacht.

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Es sollten noch viele Segelurlaube folgen. Immer mit dem Amsterdamer Charterclub Twellegea, nach Norwegen, Dänemark, England, Irland, Schottland, durch den Kaledonischen Kanal und sogar eine Rückführungstour aus dem Roten Meer durch den Suez Kanal bis Kreta.

In dieser Zeit richtete die FH einen neuen Studiengang ein: „Hydrographie“, und ich studierte einfach weiter und wurde Seevermesser.

Jahre später ging meine geliebte „Great Escape“ mit einem großen Loch im Rumpf vor der englischen Küste unter.  Der Skipper Piet ging als letztes von Bord. Ein trauriges Ende.

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Aber zunächst tauschte ich den Theodoliten gegen Loran-C und Syledis (später GPS) und das Nivellier gegen das Echolot. Statt in Vorgärten nach Grenzsteinen zu buddeln, fuhr ich auf Vermessungsboten und lotete die Wassertiefen. Auf Seen, Flüssen und auf dem Meer.

Mein praktisches Semester führte mich nicht mehr in die Landvermessung sondern zum AWI  nach Bremerhaven. Als Praktikantin sollte ich dort bei den Vorbereitungen einer Forschungsreise vor die westafrikanische Küste mithelfen. Unerwartet fiel ein Team-Mitglied aus und ich durfte mit an Bord.

Sechs lange Wochen auf die „Meteor“, auf ganz große Fahrt.

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Auf dieser Forschungsreise stand eine der ersten GPS Mess-Kampagnen überhaupt (GPS Empfänger waren damals riesige „Kisten“, die Charly Trimble noch persönlich nach Europa ausgeliefert hatte) auf dem Arbeitsplan. Nachts 2 Stunden Satelliten-Überdeckung – Pionierzeiten einer Technik, die wir heute alle im Handy haben.

Kontakte von Bord vermittelten mir anschließend ein Diplom-Thema über die Entwicklung der digitalen Seekarte. Damals auch eine Pionierarbeit, heute selbstverständlicher Standard an Bord.

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Kaum frisch gebackene Hydrographin, hatte ich bereits zwei Angebote und die Wahl: Eine mehrmonatige Forschungsreise auf der Polarstern in die Antarktis oder für ein Entwicklungshilfeprojekt nach Sri Lanka. Eines war so verrückt wie das Andere.

Mein Herz tendierte in die Antarktis, mein Verstand entschied sich für den festen Hydrographie-Experten-Job. Somit reiste ich ein paar Monate nach Studienabschluss nach Sri Lanka aus, um dort beim Aufbau eines Hydrographischen Dienstes mitzuhelfen.

Den Traum von der Antarktis führe ich immer noch im Herzen.

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„Ausreisen“ – ein Wort, dessen Bedeutung man wohl nur ermessen  kann, wenn man schon einmal ausgereist ist. Wenn man schon einmal seine Sachen für ein neues Leben sortiert und in Seekisten gepackt hat. Seekisten, die auf einem Containerschiff vorausreisen. Erst mischen sich quälende Zweifel unter die Vorfreude und schließlich kommt der Abschiedsschmerz.

Abschied ist ein bisschen wie sterben
(Katja Ebstein)

Auch wenn es eine schreckliche Schnulze ist, ich habe es oft so empfunden. Schweren Herzens flog ich in’s Urlaubsparadies des indischen Ozeans aus. Ein Arbeitsplatz auf dem Meer, ein Leben am Meer. Erwartete mich ein Traum?

Ja, es war eine fantastische Zeit, die Jahre auf Sri Lanka, aber es war auch nicht einfach. Es war ein komplett neues Leben. Nur das Meer verband mich mit meinen Wurzeln, sowie ein paar Luftpostbriefe und zu besonderen Anlässen mal ein teures Telefonat.

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Auf dem Indischen Ozean (1990)

Auf Sri Lanka habe ich Tauchen gelernt. In’s Meer abtauchen, die stille, faszinierende Welt unter Wasser kennengelernt. Eine Unterwasserwelt mit ihrem verborgenen Leben und den unglaublich schillernden Farben zu ertauchen, war noch mal eine ganz neue Dimension, die mir das Meer eröffnete.

Und es kam der Tag, an dem ich angekommen war, es kein Heimweh mehr gab, der indische Ozean ganz selbstverständlich vor meiner Haustür lag.

Doch irgendwann standen die Koffer wieder im Flur der kleinen Hamburger Wohnung und ich war wieder ein bisschen gestorben. Geblieben sind mir Erinnerungen an Traumstrände unter Palmen, an wundervolle Menschen, Gastfreundschaft, Toleranz und ganz viel Dankbarkeit.

 

Es sollten noch einige Auslandseinsätze folgen, nach Jakarta, in die Häfen von Ghana, nach Guinea. Immer ans Meer. Ausreisen, Ankommen, Abschied.

In dieser Zeit reifte mein Traum vom Haus am Meer. Irgendwo hinter’m Deich, in Dithmarschen, eine ehemalige Dorf-Schule vielleicht, mit Ferienwohnungen…

So hatte ich es mir ausgemalt, so stand es wenig später im Hamburger Abendblatt: „Ehemalige Schule in Dithmarschen mit 3 Ferienwohnungen zu verkaufen.“

Ich mach‘ es kurz: in dieser ehemaligen Schule wohne ich jetzt und von hier aus arbeite ich jetzt als „GPS-Expertin“.

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Auch wenn ich heute nicht mehr auf dem Meer tätig bin, ich habe es wieder vor der Haustür und das ist ein gutes Gefühl. Selbst wenn mich der Alltag oft vom Meer entfernt, so erinnert mich die aufkommende Sehnsucht sehr schnell daran, dort mal wieder vorbei zu schauen.

Gefunden habe ich dieses wundervolle Thema einer Blogparade bei Stephanie Jaeckel,  veranstaltet wird sie vom Deutschen Historischen Museum in Berlin: #DHMMeer

Für mich geht’s jetzt erst mal in die Sommer-Blogpause. Macht Euch eine schöne Zeit und fahrt auch mal an’s Meer. Ich werde mir in diesem Sommer den Pazifik anschauen…

 

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Auszeit in den Dünen – Einfach mal nichts tun

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Laut Studien sollen die Dänen die glücklichsten Menschen sein. Im Deutschlandvergleich sollen es die Schleswig-Holsteiner sein (auch wenn uns nur Nachkommastellen von den weiteren Plätzen trennen). Warum ist das so?

Was macht uns und unsere Nachbarn im Norden dieses winzige Fünkchen glücklicher als andere? In entsprechenden Erklärungsversuchen wird oft von der Fähigkeit gesprochen, mit wenig zufrieden zu sein.

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Ist das nicht ein überhebliches Klischee der Besitzenden, das diejenigen, die am wenigsten haben, die glücklichsten sind? Frei nach Janis Joplin’s “Freedom’s just another word for nothing left to lose …” ? Nicht unbedingt.

Wenig muss nicht Mangel sein, wenig kann sich auch auf das Wesentliche beschränken.

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Mieten wir einfach mal ein Holzhaus in den dänischen Dünen und verbringen dort eine Winter-Woche. Mal abgesehen davon, dass so ein Haus zu mieten Geld kostet (wenn auch deutlich weniger als im Sommer), so ist die Liste von dem, was man dort nicht hat, um ein vielfaches länger als die Haben-Seite.

Aber die Haben-Seite ist unbezahlbar, ist das, was viele Dänemark-Urlauber suchen und lieben. Das, was so glücklich macht.

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Einfach mal nichts tun

Eine Holzhütte mit Bollerofen, charmant versteckt in den Dünen. Keine Straße, nur ein Schotterweg, keine Straßenlaternen, nur flackerndes Ofenfeuer und Kerzenschein.

Kein Mensch, kein Lärm, nur leises, entferntes Wellenrauschen. Ein Möwenschrei.

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Unsere Hütte lag gut geschützt in einem kleinen Dünental, wie ein Häschen in seiner Sasse. Durch die Fenster der Blick auf Dünengras und Himmel. Bei Sturm fegt der Wind über das Dach hinweg, rüttelt ein wenig am Schornstein. Wohlige Wärme von brennendem Holz. Zwei Sessel am Ofen, ein paar Worte. Stille.

Und ganz langsam schwindet die Unruhe, macht sich das schlechte Gewissen des Nichtstuns aus dem Staub. Was bleibt ist das Sein.

Glückliches, entspanntes, zufriedenes Sein.

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Einfach mal nichts denken

„Ich muss erst mal den Kopf frei kriegen“. Wie oft hört man diesen Satz und wie oft wünscht man es sich selbst?  Aber frei von was? Frei von kreisenden, hetzenden oder auch beklemmenden Gedanken, die einen nicht loslassen wollen.

Da hilft nur eines: raus an die frische Luft! Laufen. Ein langer, ausgiebiger Spaziergang. An den Strand, sich ordentlich durchpusten lassen, …

Oder sind das auch nur Klischees verklärter Natur-Romantiker? Ich glaube nicht.

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Ist Euch schon einmal bewusst geworden, dass man beim Blick auf’s Meer nicht denkt?

Klar, man steht da nicht am Strand und denkt, ich denke nicht (das wären ja wieder Gedanken…). Doch wenn man mal überlegt, was man gedacht hatte?

Wahrscheinlich nichts. “Nicht denken“ erkennt man erst im Nachhinein. Aber man spürt die Leichtigkeit und das Glücksgefühl des Augenblickes. Ganz losgelöst und ganz bei sich.

Wenn ich am Strand laufe, muss ich immer wieder stehen bleiben, um einfach nur auf’s Meer zu schauen. Ist das die so schwer in Worte zu fassende Faszination des Meeres?

Die Sehnsucht nach Weite und Ruhe und dem Wesentlichen im Leben, dem wir am Meer so nahe kommen?

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Unsere urbane Welt hat uns ein Stück weit von der Natur entfernt, ja, vielleicht sogar ein Stück weit von uns selbst. In der Natur können wir das Band wieder aufnehmen und wir spüren meist schnell, wie gut es uns tut.

Ich glaube sogar, je schlichter die Landschaft, desto intensiver ist das Empfinden. In der Wüste, im Eis oder eben am Meer.

Vielleicht sind die Dänen (und die Schleswig-Holsteiner) ja so glücklich, weil ihre Landschaft, das Meer und die Weite, sie immer wieder an das Wesentliche erinnert und zu sich selbst finden lässt?

Um das zu ergründen, könnte man mal nach Dänemark fahren. Am besten im Winter und dann einfach nichts tun und auf’s Meer schauen.

Herzkramen (6/11) – Musik

„Das ist Musik in meinen Ohren!“ – ist ein Satz, den wohl jeder schon einmal gesagt hat. Gemeint ist dann eher selten das klassische Zusammenspiel von Instrumenten und Gesang; gemeint ist vielmehr eine Aussage, die man gerne hört, die man erwartet oder erhofft hat, die glücklich macht.

Glücksgefühle können aber auch von ganz anderen Tönen erzeugt werden und so interpretiere ich das heutige Herzkramen, Random Randomsens Idee der elf Begriffe, so:

Musik – elf Geräusche, die Sehnsucht wecken und glücklich machen

In meinen Ohren ist die Natur – vor allem das Meer – der größte Virtuose. Und welches Geräusch macht Euch besonders glücklich?