SnapShots – ein letztes Mal

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Zu viel Sonne hatten wir ja nicht in 2019, jedenfalls nicht hier oben im Norden.

Die letzten Dezembertage haben uns aber doch noch mal verwöhnt und ich den allerletzten schönen Sonnenuntergang des vergangenen Jahres eingefangen.

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Wie wäre es mit einem kleinen Rätzel?

Nicht schwer, versprochen: wo ist die Sonne am 30. Dezember 2019 vor diesem klaren, wolkenlosen Himmel untergegangen?

Wer hier öfter mal mitliest, sollte es wissen, denn es ist einer meiner Lieblingsplätze für eindrucksvolle Sonnenuntergänge.

Stefanie vom Reiseblog In der Naehe bleiben hatte meine Sundown-Fotos vom …??… mal so kommentiert: „Das …??… scheint mir sowieso einer der besten Lichtplätze von Schleswig-Holstein zu sein. Der andere ist in Heiligenhafen.“

Und damit hat Sie Recht, stelle ich immer wieder fest. (Auf jeden Fall mit dem ersten Teil der Aussage.)

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Habe ich jetzt schon viel zu viel verraten?

 

 

Watt & Meer Blog-Kalender – Dezember 2019

Blog-Kalender Finale! Der Dezember ist fast rum und das Jahr 2019 somit auch. 2019 war ein Jahr, das ich nicht mit zwei Worten beschreiben kann. Aber wir haben ja noch fünf Tage, um zurückzuschauen, zu resümieren, für „Schwamm drüber“ oder „Konfettie-Fontäne“. Oder vielleicht sogar für beides.

Auf jeden Fall hat 2019 kein aktuelles Nordseeküsten-Schneebild gebracht.

Dezember 2019

St.Peter Leuchtturm
St. Peter Leuchtturm

Aber das Archiv gibt dann doch etwas her: ein Bild aus 2015 vom leuchtenden Leuchtturm St. Peter Ording mit etwas weiß auf dem Deich.

Euch allen einen besinnlichen Jahresausklang und viel Konfettie für das Neue Jahr 2020!

 

 

Verliebt in Valese – ein Alpaka

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In der Nähe von Lübeck gibt es einen Gnadenhof, der auch Alpakas aus schlechter Haltung aufnimmt. Dieser Hof in Mönkhagen bietet für angemeldete Gruppen Alpaka-Wanderungen an.

Ich hatte über solche Veranstaltungen bereits einen TV-Bericht gesehen und mich schon mal ganz allgemein in Alpakas verliebt. Nun hatte ich die Gelegenheit, ihnen real zu begegnen; wir waren auf dem Hof Kornrade angemeldet.

Die Alpakas warteten im Stall auf uns und vertrieben sich die Zeit mit Stroh futtern. Jeder Teilnehmer der Wanderung durfte sich „sein“ Alpaka aussuchen.

Das war garnicht so einfach, bei so viel Putzigkeit.

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Das eine Tier sah eher verwegen aus, das nächste ein wenig zottelig-trottelig und sollte mal dringend zum Frisör.

Grosse Augen schauten uns aus braunen und hellen Gesichter an, mal umrahmt von coolen Rasterlocken, mal im gepflegten Kurzhaar-Look.

Nicht eines glich dem anderen, aber alle hatten Stroh im Haar.

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Valese

Dann entdeckte ich eine echte Schönheit, eine mit Tischmanieren und ohne Strohfrisur. Ich hatte mich sofort verliebt und „Valese“ wurde mein Wanderbegleiter.

Mit einem Alpaka läuft man zwar auch an der Leine, aber nicht so, wie man es von einem Hund gewohnt ist. Bei den Alpakas ist das Tier der Chef.  Du läufst nur nebenher und versuchst dich seinem Tempo anzupassen.

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Die Leine soll immer locker hängen, erklärte uns Corinna Fischer, die Betreiberin des Hofes.

Auch haben diese Tiere bei Ihren Ausgängen ihre feste Laufordnung.  Einer ist der Boss und läuft an der Spitze, der Rest reiht sich nach den eigenen Vorlieben ein. Diese Ordnung gilt es einzuhalten und jedes Überholmanöver mitzulaufen. Auch wenn da eigentlich gar kein Platz ist.

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Gerät man zwischen zwei Alpakas, die sich nicht leiden können, dann kann es schon passieren, dass man den Fußtritt abbekommt, der eigentlich dem nervigen Nachbarn sagen soll „halte bitte mal etwas Abstand!“

Aber ich kann Euch versichern, ein Alpakatritt ist nicht lebensbedrohlich. Es gibt nicht mal einen blauen Fleck, nur einen gehörigen Schreck.

Doch wenn der aufdringliche Nachbar nicht hören will, wird auch schon mal gespuckt. Beim Spucken sind die Alpakas glücklicherweise deutlich zielsicherer als beim Treten und ich blieb verschont.

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Alpakas sind keine Puscheltiere, Körperkontakt lassen sie nur bedingt zu. Ihnen aber freundschaftlich den Hals klopfen, das geht schon. Valese fand’s in Ordnung und ich konnte garnicht aufhören. Es fühlte sich sehr weich und warm an.

Alpakas lieben frisches Gras. Bleibt man mit seinem Tier stehen, geht der Kopf automatisch nach unten und es wird Gras gerupft.

Da sie jedoch nicht ständig grasen sollen, so war jedenfalls die Ansage, hiess es dann doch: Leine kurz – der Kopf muss hoch! Sehr zum Unmut der Alpakas. Sobald man sich aber wieder in Bewegung setzt, ist die Situation entspannt.

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Und klar, machten wir auch einen ausgiebigen Halt für Fotos. Endlich durften die Tiere nach Herzenslust grasen, wobei, naja, eigentlich wollten wir, dass sie in die gezückten Handy-Kameras schauen.

Oh man, das war nicht ganz einfach.

Ich hatte jedoch das grosse Glück, nicht nur von dem schönsten und kultiviertesten Alpaka begleitet zu werden, sondern auch noch von einem sehr schlauen.

Nachdem ich ihm ausführlich erklärt hatte, wie Fotografieren geht, schaute Valese ganz freundlich in die Kamera. Den Beweis möchte ich Euch – ganz gegen meinen Vorsatz keine „Selfies“ zu posten – präsentieren. Wir hatten beide Spaß!

Nach der Wanderung, die Alpakas durften sich in der Halle noch etwas austoben, bekamen wir die Gelegenheit, echte handgesponnene und handgefärbte Alpakawolle zu bestaunen.

Und natürlich auch zu kaufen.

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Muss ich es erwähnen, dass die beiden schönsten Stränge, die ich mir aus der großen Woll-Kiste gezogen hatte, doch tatsächlich von Valese waren?

Ganz weich und kuschelig, ein Strang in Natur und einer in einem warmen, hellen Blau-Grau.

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Diese Schätze liegen jetzt in meinem Wollkorb und ich freue mich darauf, aus ihnen ein wunderschönes, weiches Tuch zu stricken. Ein Kuscheltuch von meiner Liebe Valese.

Ich werde jede einzelne Masche geniessen!

Watt & Meer Blog-Kalender – November 2019

November, der graue Nebelmonat. Der Monat der Schwermut, der dunklen, kurzen Tage, kalt, windig und trüb. Man mag ihn nicht, den November. Der Herbst ist vorbei, die Weihnachtszeit hat noch nicht angefangen. Dabei kann man dem November durchaus etwas Positives abgewinnen.

In den letzten Jahren habe ich schon öfter seine schönen Seiten einfangen können. In der Novemberglück-Blogparade immer noch bunt und beim Sundown zur Kaffeezeit oder auf dem Weg von Nordstrand nach Südfall.

November

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Sonnenaufgang am Großen Segeberger See

Und auch der Sonnenaufgang am Großen Segeberger See hat an einem nebligen Novembertag seinen ganz besonderen Charme.

 

Den Wald entdeckt – für Ruhe und Geborgenheit

Ist es Euch aufgefallen? Es ist ruhig geworden auf meinem Blog. Das hat verschiedene Gründe. Es gibt so Zeiten im Leben, in denen man seinen Aufgaben hinterher hetzt und das Wesentliche aus den Augen verliert.

In denen man um seine Befindlichkeiten kreist und trotzdem nicht sieht, was falsch läuft. Zeiten, in denen man Ruhe braucht, sie aber nicht finden kann. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Da hilft nur eine echte Auszeit, da braucht es mehr als einen Spaziergang am Meer. Und so eine Auszeit habe ich mir gegönnt. Ich habe „gekurt“. In Bad Segeberg. Das hört sich jetzt erstmal nicht besonders spektakulär an.

Was gibt es schon in Bad Segeberg? Vor allem den Großen Segeberger See, der wunderschön von Wald umgeben ist. Ein Landschaft, so ganz anders als die Weite, die ich von der Nordsee kenne.

Bei meinen vielen Spaziergängen am See habe ich immer wieder darüber nachgedacht, warum mir der Wald so gut tut.

Jetzt las ich bei Maren auf Ihrem Blog „Von Orten und Menschen“, der mich schon öfter erhellend inspirierte, Ihre Liebeserklärung an den Wald, und plötzlich wusste ich es.

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Ohne weiter nachzudenken schrieb sich mein Kommentar bei Maren wie von selbst:

„Auch ich habe gerade den herbstlichen Wald für mich entdeckt. So wie Strand und Meer mir die Sinne öffnen und mich Freiheit atmen lassen, so nimmt der Wald mich mit in meine Seele und spendet Ruhe und Geborgenheit.“

Wow, da stand es nun, ich war selbst überrascht.

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Habt Ihr schon mal einen Baum berührt, eure Hände an seinen Stamm gelegt und die raue Rinde gespürt? Dabei hoch in seine Krone geschaut und die Kraft, Erhabenheit und Beständigkeit, die von so einem alten, schlanken Riesen ausgeht, gefühlt?

Es war, als würde etwas von seiner Energie in mich übergehen. Eine tiefe Dankbarkeit durchströmte mich.

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Wald erdet. Er lässt Deine Gedanken nicht fliegen, so wie das Meere, er führt Dich zu Dir selbst und zeigt Dir auf sehr eindrucksvolle Weise, was wirklich wichtig ist.

Das hohe, schützende Dach der Baumkronen gibt den Mut, über Dinge nachzudenken, die man im fordernden Alltag lieber beiseite schiebt.

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Die ganz eigene Stille eines Waldweges, das leise Rascheln von Laub und das sanfte Plätschern des Sees, gibt die innere Ruhe für bedachtes, wohlwollendes Betrachten der eigenen Gedanken.

Nirgendwo kann man besser Frieden schliessen mit seinen Sorgen und Ängsten als allein auf einem einsamen Waldweg. Was bleibt ist wieder dieses Gefühl der Dankbarkeit. Dankbarkeit für jedes kleine und grosse Glück, für das Wunder der Natur und des Lebens.

Aus dieser Dankbarkeit schöpft man Kraft, aus diesem Empfinden schöpfe ich Kraft. Zurück im „richtigen“ Leben habe ich mir fest vorgenommen, öfter mal in den Wald zu gehen.

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Nicht ganz einfach, wenn man in Dithmarschen wohnt, dem wohl wald-ärmsten Kreis des wald-ärmsten Bundeslandes. Wer hat einen Tipp für mich?

Watt & Meer Blog-Kalender – Oktober 2019

Im Wald zeigt sich der Herbst von einer besonders schönen Seite. Buntes Herbstlaub leuchtet in der Sonne, auf den Wegen rascheln die schon heruntergefallenen Blätter bei jedem Schritt, die feuchte Luft riecht erdig und ein wenig nach Pilzen.

Die tief stehende Sonne wirft lange, helle Strahlen durch die fast kahlen Äste.

Oktober

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Waldweg – Grosser Segeberger See

Auch wenn unser Oktober recht trüb, nass und windig startete, jetzt auf den letzten Metern zeigte er sich von seiner goldenen Seite. Es gibt kaum eine schönere Jahreszeit für einen ausgiebigen Spaziergang im Wald am See.

Watt & Meer Blog-Kalender – September 2019

Upps, wo ist der September geblieben? Ich glaube, so einen davoneilenden Monat hatte ich noch nie.  Bevor ich dazu komme, den zweiten Teil meines Ostsee-Urlaubs zu posten, ist das Kalenderbild schon wieder dran.

Und für den Kalender geht es erst mal nicht an die Ostsee sondern an den Strand von St. Peter Ording.

September

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Reiter mit Hund am Strand von St. Peter Ording

In St. Peter am Strand kann man bei Ebbe nicht nur wunderbar laufen, auch Reiter, Pferd und Hund geniessen die Weite.

Farblich fein auf einander abgestimmt.

 

Watt & Meer Blog-Kalender – August 2019

Was fällt Euch ganz spontan zu August ein? Sommer, Sonne, Sonnenblumen? Vielleicht auch lachende Kinder am See, am Strand, beim Baden. Sommerferien.

Vielleicht auch Sommergewitter?

Die habe ich besonders aus meiner Kindheit in Erinnerung. Heiße, drückende Sommertage, dann aufziehende Wolkenberge, erst leises Grummeln, noch ganz weit weg. Windstille und plötzlich auffrischender, kalter Wind, erste dicke Regentropfen; dann eine prasselnde Regenwand – Blitz und Donner ganz nah.

 

August 2019

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Sommergewitter am Ostsee-Strand

Nach dem Regen kehrt die Sonne zurück. Die Erde dampft, die Luft ist herrlich kühl und frisch.

So war es auch in diesem August.

 

 

Fördesteig, die Vierte – von Norgaardholz bis Gelting Mole

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Wetter kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen, den Urlaub schon eher, aber meist nicht so punktgenau, dass die freie Zeit auf Sonne trifft. Wenn man dann noch Ferienwohnungen betreut, dann wir das Sonnen-Fenster noch kleiner.

Ende Juli trafen 4 Urlaubstage auf keinen Bettenwechsel und ich buchte mehr oder weniger spontan ein Hotel an der Ostsee, um einen weiteres Stück des Fördesteigs (hier die ersten Etappen) zu erkunden.

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Absolute Alleinlage mit direktem Osstseeblick von der Zimmer-Dachterasse (ich liebe Dachterassen!!) aus. Ein Traum mit sonnigen Abschnitten. Aber auch Gewitterschauern und dunklem Himmel.

Aber Stefanie von Indernaehebleiben schrieb mal über den norddeutschen Sommer, dass ein Sommerregen dazu gehört. Also, beste Voraussetzungen.

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Mein Hotel lag in Steinberg Haff, so ungefähr mittig in dem Fördesteig-Abschnitt Norgaardholz bis Gelting Mole. Eine Ostsseeregion, die vom Tourismus ein wenig vergessen wurde. So traf ich auf herrlich leere Strände.

Aber auch auf fehlende Infrastruktur zum Beispiel in Form einer Buslinie, die mich nach einer Wanderung am Strand wieder zurück zu meinem Ausgangspunkt hätte bringen können. So bin ich eben alle Teilstücke zweimal gelaufen.

Man nennt es wohl Naturstrand, was die Ostsee hier bietet. Viele Steine und wenig Sand, nicht wirklich einladend zum Baden, aber wunderbar zum Laufen.

Mal gesäumt von großen Bäumen, die direkt am Wasser wachsen oder tief über den Strand hängen und Schatten (oder auch Schutz vor Regen) spenden.

Die Steine hatten es mir besonder angetan. Als Strandläufer und Sammler gab es viel zu schauen, suchen und finden. Stundenlang kann ich mich dabei verlieren. So stelle ich mir Meditation vor (die ich noch nie wirklich bewusst hinbekommen habe).

Die Gedanken sind ganz im hier und jetzt, immer mal wieder kurz durch die Freude über den nächsten schönen Lochstein (Hühnergott) oder Flint-Stein unterbrochen. Die Ostseeküste dort oben ist ein Paradies für Sammler.

Und wenn die Taschen anfangen schwer zu werden, dann geniesst man den Blick übers dunkle Wasser, zu den Möwen und den dümpelnden kleinen Booten, die zahlreich in knietiefen Wasser an den Bojen liegen.

Hach, muss das schön sein, jetzt so ein Schiffchen sei eigen nennen zu dürfen und auf die See hinaus zu steuern. Ja, auch Zeit zum Träumen findet man an einem einsamen Ostseestrand.

Vom Steinberghaff nach links verläuft der Fördesteig bis kurz vor Haberniss direkt am Strand. Selbst bei sonnigen Abschnitten läuft man hier fast allein. In Norgaardholz erste und einzige Spur von Tourismus: eine „Seebrücke“ aus Baugerüsten. Nicht besonders schön, aber zweckmäßig.

Hier hat der DLRG seine Station, unterhält ein sogenanntes „Strandbad“, das man kostenfrei nutzen kann. Ein Haufen kleiner Knirpse sollte gerade unter Anleitung das Schwimmen lernen. Gleich in die Ostsee, das fand ich mutig.

Von Steinberghaff nach rechts schwingt sich der Fördesteig immer mal wieder kurz ins Hinterland um einen unzugänglichen Strandabschnitt oder die Mündung eines Baches zu umgehen. Klar, man kann auch versuchen über den Rinnsal hinweg zu springen. Weil man es ja besser weiß und auf kein Fall zurücklaufen mag.

Dann holt man sich eben nasse Füsse, Socken und Schuhe, denn die gegenüberliegende Seite ist butterweicher Schlick. Naja, auch das ist nicht so schlimm im Sommer und auf dem Rückweg ist man schlauer.

Etappenziel ist Gelting Mole, einer der zahlreichen Jachthäfen an Förde und Ostsee. Und hier darf wieder geträumt werden. Von Segeln im Wind, von Wellen und schwankenden Bootsplanken, unbekannten Ufern und der ganz großen Freiheit.

Jeder Jachthafen zieht mich in seinen Bann, lässt vergangene Segeltörns an mir vorüberziehen und weckt so eine Sehnsucht, die wohl nur der versteht, der auch schon mal unter Segeln auf dem Meer unterwegs war.

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Abends habe ich den weiteren Verlauf des Fördesteig Richtung Geltinger Bucht per Auto erkundet und Wackerballig (was für ein Name!) als perfekten Startpunkt für die nächste Etappe ins Auge gefasst.

Davon aber später mehr.

Deichsanierung – Brüten trotz Baggern

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Im Wesselburenerkoog wird der Deich saniert. Der Süd-Deich am Eidersperrwerk. Notwendig geworden ist diese Maßnahme, da immer mehr Risse in der alten Asphaltdecke auftraten und es auch bereits zu Unterspülungen kam.

„Oh-je, was machen dann die Lachmöwen und Seeschwalben, die jedes Jahr am Sperrwerk brüten?“, war mein erster Gedanke, als ich erstmals von dem Projekt hörte.

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Aber Küstenschutz hat oberste Priorität, das ist auch mir klar. Schließlich wohne ich (und andere) kurz hinterm Deich. Für einen sicheren Deich kann man nicht viel Rücksicht auf geschützte Vögel nehmen, dachte ich, auch wenn’s mir irgendwie Leid tat.

Das sehr wohl Rücksicht genommen wird, erklärte uns, einer kleinen Gruppe interessierter Köger und Urlauber, der Bauleiter Herr Bohnewald bei einer Baustellenbesichtigung.

Und das ist eine durchaus spannende Geschichte.

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Schon im Planungsvorfeld wurde die Stress-Toleranz der brütenden Vögel getestet. Man hat tatsächlich schweres Gerät eigens für solche Untersuchungen auf den Deich gebracht.

Bei ca. 150 Metern fühlten sich die Vögel gestört und flogen auf. In diesem Streifen, direkt am Sperrwerk, durfte in den Brutzeit nicht gearbeitet werden.

Darüber hinaus hat man auf der Nordmole mit Aufschüttungen von Steinen und Sand und einer entsprechenden Absperrung ein Ausweichgebiet für die Vögel geschaffen. Das Ergebnis ist bemerkenswert. In den Jahren zuvor wurden so um die 300 Totvögel gezählt, in dieser Saison nur 34.

Ob das nun auf die zusätzlichen Absperrungen am Sperrwerk (es gab immer wieder Besucher, die die Brutkolonie absichtlich aufschreckten) oder durch die generell enspanntere Situation durch mehr Fläche (das Ausweichgebiet wurde gut angenommen) zurückzuführen ist, ist noch nicht geklärt.

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Und es gab auch viele unerschrockene Vögel, die auf Baggern, den Baucontainern oder Schotterbergen ihre Nester anlegten, erzählte uns der Bauleiter schmunzelnd.

Um diese Wagemutigen kümmerte sich ein eigens für das Projekt angestellter Naturschutzexperte vom NABU. Und so ein Möwengelege kann sogar ein paar Stunden un-bebrütetet bleiben, das macht den Eiern nichts.

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Die gesamte Sanierung des Deiches verläuft in Abschnitten. Vom erstmal ausgenommenen Schutzstreifen ausgehen wurde zunächst die alte Decke abgetragen, dann neues Material aufgebracht.

Der Deich wird nur 30 cm höher aber auf der Deichkrone deutlich breiter (4 Meter – als Ausbaureserve) und am Fuß flacher. „Klimadeich“ nennt man dieses neue Profil.

Es werden Kantensteine für die einzelnen Profilsektionen gesetzt, Fließ ausgerollt, seeseitig eine steinerne Deckschicht geschüttet und landseitig offenporiger Mastix-Asphalt aufgebracht.

Der Mastix-Asphalt  ist deutlich unebener als die vorherige Strassenasphaltdecke. Man rechnet damit, dass sich dort Sand einlagert und später Wildkräuter ansiedeln werden. Er also nicht mehr so schwarz sonder eher grün oder braun, je nach Jahreszeit, aussehen wird.

Und jetzt, nach Ende der Brutzeit (man liegt gut im Zeitplan, die seeseitige Deichbefestigung muss vor Beginn der Sturmflutzeit im Herbst fertig sein) stellen die Seevögel die Bauplanung vor eine neue Herausforderung.

Alle Arbeitsschritte müssen jetzt noch im Schutzstreifen vorgenommen werden (Abtrag und Auftrag) und das, ohne den neuen Deich zu befahren. Und ohne die Straße durch das Sperrwerk in der Urlaubszeit komplett zu sperren. Herr Bohnewald verriet uns wieder schmunzelnd, dass man an dem Plan noch feilt.

Die Stein-Deckschicht seeseitig soll im mittleren Bereich nur zu 60% verschlemmt werden, der Deich insgesamt offenporiger werden, um eindringendes Wasser auch wieder ausdringen zu lassen.

Man rechnet damit, dass die Seevögel auch in diesen Bereich, zumal er nicht mehr so ohne weiteres begehbar sein wird, zum Brüten nutzen werden.

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Und genau hier wird die nächste Herausforderung liegen. Damit die kleinen Küken nicht in die verbleibenden Spalten fallen können, ist es vorgesehen, diesen Bereich jedes Jahr (!) vor der Brutsaison dicht zu streuen. Womit und wie weit ist auch noch nicht klar.

Klar ist aber, dass auf die brütenden Seeschwalben und Lachmöwenkolonien sehr viel Rücksicht genommen wird. Ich finde es großartig, wie man hier Naturschutz und notwendige Baumaßnahmen in Einklang bringt.

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Als einziger Wermutstropfen bleibt für mich, dass man bei Flut von der Deichkrone aus den Meeressaum unten an der Steinschüttung nicht mehr direkt sehen können wird und wohl auch kein Treibgut mehr gesammelt werden kann.

Aber irgendwas ist ja immer.