Stürmische Weihnachten

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In diesem Jahr war alles etwas anders. Erst wollte die weihnachtliche Stimmung nicht so recht aufkommen und dann fegte uns Sturmtief „Barbara“ den Rest an friedvoller Besinnlichkeit um die Ohren.


Am zweiten Weihnachtstag sollte es für eine kurze Zeit aufklaren, die Gewitter-Schauer kurz aussetzen. So auch in Büsum. Dort riss die Gewitterwolkendecke tatsächlich auf und ließ die Sonne zum Vorschein kommen; jedoch peitschte der Sturm die Nordsee immer noch den Deich hinauf.

Dort wurde der Weihnachtsspaziergang für die Wenigen, die sich vor die Tür trauten, zum Natur-Erlebnis.

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Am Dienstagmorgen war dann alles vorbei – der Sturm und dieses stürmische Weihnachtsfest.
Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

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Büsums Perlen

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Ohne Zweifel kann man die seit 2012 neu gestaltete Familienbadebucht in Büsum eine Perle nennen. Und genau so heißt sie auch – Familienlagune „Perlebucht“ . Benannt wurde die künstlich angelegte Lagune nach einem Frachtsegler namens „Perle“, der vor über hundert Jahren dort strandete.

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Schon in den 70ern wurde in der Bucht ein künstlicher Sandstrand mit zwei tideunabhängigen Innenbecken angelegt. Ein kleines Stauwehr schützt vor ablaufendem Wasser.

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Zwischen dem Bade- und dem Wassersportbecken führt eine Seebrücke zu einer terrassenartigen Plattform mit Gastronomie und großzügig angelegten Treppenstufen, die in eine Art Promenade auslaufen.

Heute findet man in der Perlebucht so ziemlich alles, was einen Familien-Badeurlaub ausmacht – sogar das Baden bei Ebbe.

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Denn so ist das an der Nordsee mit der Ebbe und der Flut. Was gerade noch Kleinod für ein paar mutige Badegäste war,

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wird bei ablaufend Wasser sofort von der buddelnden Vorhut geentert

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um dann die wattwandernde Meute aufzunehmen.

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Wer sich für einen Strandkorb in erster Reihe mit unverbaubarem Blick auf’s Meer entschieden hat – dafür 5 Euro Parkgebühr, 3 Euro Gästekarte (die einen WLAN Zugang beinhaltet!) und 7 Euro für den Korb investiert hat – muss auch mal ein 45-minütiges Animationsprogramm bei  120 Beats und gefühlten 120 Dezibel über sich ergehen lassen.

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Aber man muss ja nicht in der ersten Reihe sitzen, es gibt auch ruhige Ecken in der Perlebucht, und man kann ja immer noch ins Watt flüchten – wenn es da ist.

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Was man wohl nicht als glanzvolle Perle bezeichnen kann, ist das Hochhaus in Büsum. Wie ein Fremdkörper von einem anderen Stern steht es dort und stört den schönen Blick.

Dort allerdings mal im 14. Stock seeseitig zu wohnen, stelle ich mir fantastisch vor. Die Aussicht muss gigantisch sein. Bei Sturm soll es im Fahrstuhlschacht grausig heulen.

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Ebenfalls glanzlos und mit einer Küche, die man schon anhand dem, in die Jahre gekommenen, etwas schäbigen Äußeren erahnen kann, hat das Restaurant „Zur Perle“ den besseren Teil seiner Zeit bereits hinter sich.

Zeitlos und bei Liebhabern immer noch sehr beliebt ist der Campingplatz „Zur Perle“, der sich nördlich der Perlebucht anschließt.

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Und dort, wo heute die Baukräne stehen, direkt hinter dem Perlebuchtdeich, wird sich eine weitere Perle in Büsums Perlen einreihen;  das Hotel „Küstenperle“.

Weihnachtsspaziergang – Büsum oder St. Peter?

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Nach Gänsebraten, Marzipankugeln und Linzer Torte ist ein Spaziergang an der frischen Luft ja geradezu Pflicht. Und wenn man keine winterliche Schneelandschaft vor der Tür hat, lässt man sich eben vom Westwind so richtig schön durchpusten. Das geht in Büsum oder St. Peter ganz wunderbar.

In Büsum oder St. Peter – aber wieso eigentlich „oder“? Wenn man so fast genau zwischen diesen beiden Nordseeorten wohnt, und wenn Weihnachten ja bekanntlich 2 Feiertage hat, dann liegt es doch nahe, St. Peter und Büsum als Ziel eines Weihnachtsspazierganges zu wählen.

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Durchgepustet wird man hier wie dort, wenn auch Publikum und Ambiente kaum unterschiedlicher sein könnten. Büsum steht für Hafen und Deich, das Besondere an St. Peter sind die Pfahlbauten und der Sandstrand. Beides hat seinen ganz eigenen Scharm.

Möchte man vergleichen, kann man wohl sagen: in Büsum bummelt man, durch die Geh-Straße, an der Nordsee entlang, schaut sich die Nordsee an.

Der Büsum-Ausflügler kommt in „Schapptüch“, fein gemacht, mit den guten Sonntagsstiefeln, geht spazieren und setzt sich dann auf eine der windgeschützten Terrassen im Ort.

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Nach St. Peter fährt man zum Laufen, funktional und outdoor-tauglich gekleidet, in dicken Wanderstiefeln, oft mit Rucksack und Hund. Der typische St. Peter Besucher lässt die Shopping-Meile links liegen, steuert direkt auf den Strand zu.

St. Peter punktet für mich, wenn es um das Erlebnis „See“ geht. Hier spürt man die Weite, die Ruhe am endlosen Strand, das Rauschen der Wellen, die Gewalt der See. Hier erlebt man Nordsee, fühlt sie, wird ein Teil von ihr, ist mittendrin.

In Büsum wirkt die Nordsee irgendwie in Szene gesetzt, als hätten man ihr ihren Platz zugewiesen, sie gezähmt. Als wolle man sie ausstellen. Gerahmt in Granit, eingedeicht, begrünt, über Treppen erreichbar. Als sollten die Wellen da draussen bleiben.

Kulinarisch unterscheidet sich das Angebot in Büsum und St. Peter nicht sehr. Man gibt sich nordisch-maritim. Einen „Gosch“ findet man hier wie dort.

Unsere kulinarische Wahl ist Tradition. In Büsum, in Höner’s KöPi – Büsums „open-air“ Kult-Treff – gibt es „Tote Tante“ (heißer Kakao mit Rum und Sahne); das schmeckt so schön weihnachtlich und macht so schön warm.

In St. Peter ein Fischbrötchen, natürlich bei Gosch. Draußen auf der Bank. Das ist auch Kult und geht immer. Auch an Weihnachten.

 

 

Lichter für den Blog

Schon im August hatte ich davon gelesen, von der Lichterwoche in Büsum. Die sollte irgendwann im Spätherbst stattfinden. Klar, wenn’s abends früh dunkel ist. Da würde ich hinfahren und ein paar schöne Bilder für einen Blogbeitrag machen.

Jetzt ist es abends früh dunkel und es fiel mir wieder ein. Büsum, die Lichterwoche. Wann genau war denn das? Schnell mal gegoogelt und was soll ich sagen, Sonntag war der letzte Tag. Also bin ich los, Sonntag um viertel nach Fünf, bei dichtem Nebel, nach Büsum gefahren.

Es hätte viele „gute“ Gründe gegeben, warum es überhaupt nicht schlimm ist, die Lichterwoche zu verpassen. Ohne diesen Blog hätte mich jeder einzelne überzeugt. Am Sonntagabend – nur um ne Stunde durch Büsum zu laufen? Im Dunkeln, bei Nebel…?

Aber ich bin los! Vor dem Büsumer Rathaus leuchteten Lichtskulpturen in wechselnden Farben. Von Weiß bis fast Blau. Die Bäume rechts und links wurden in einem warmen Gelb angestrahlt, in der Mitte des Platzes nahm der Springbrunnen das Farbenspiel der Figuren wieder auf. Dazwischen tummelten sich ne Menge Leute und knipsten um die Wette.

Wirklich schön fand ich die Stimmung am Hafen. Die Lichtinstallationen dort waren etwas dezenter, die Besucher dort auch deutlich weniger. Ich war noch nie im Dunkeln in Büsum am Hafen, musste ich feststellen. Wobei Hafen im Dunkeln doch immer besonders stimmungsvoll ist – wenn sich die vielen Lichter im Wasser spiegeln.

Mit Nebel dazu, der die Lichtstrahlen bis an die Wasseroberfläche trägt, entstand eine ganz besondere Atmosphäre. Wie aus einem alten Piratenfilm, verrucht und geheimnisvoll.

Auf dem Weg nach Hause, zurück durch den Nebel, war ich voller Eindrücke und glücklich darüber, es mir angeschaut zu haben, das Lichterspiel in Büsum. Mein Blog hatte mich dazu motiviert, ohne den Block hätte ich mir diese Veranstaltung sicher geschenkt.

Fast ein Jahr bin ich nun schon dabei, 50 Beiträge habe ich geschrieben und jeder einzelne hat richtig viel Spaß gemacht! Ne Menge Fotos sind entstanden, viele Gedanken in Worte gefasst, viele Ideen umgesetzt und noch so viele im Kopf!

So ein Blog ist wie ein kleiner Motor, er motiviert und inspiriert. Ich freu‘ mich schon aufs zweite Jahr!