SnapShots – Besuch aus Afrika: der Distelfalter

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Wer hier oben in Schleswig-Holstein wohnt oder wer in den letzten Tagen hier oben geurlaubt hat, dem ist sie sicher aufgefallen. Die Menge an Schmetterlingen, die sich auf den Juni-Blüten tummeln und die, bei genauerem Hinsehen, irgendwie unbekannt aussehen.

Ich jedenfalls habe gleich gedacht, dass ich solch einen Schmetterling noch nie gesehen habe, als ich sie in großer Zahl auf meinen Klee-Blüten im Rasen entdeckte.

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Ich hatte extra um den Klee herumgemäht, da sich dort so viele Insekten tummelten, denen ich nicht die Nahrung nehmen wollte. Das wurde mit einer kleinen Schmetterlingsinvasion belohnt.

Abends im NDR Schleswig-Holstein Magazin hat man mich aufgeklärt: wir haben Besuch aus Afrika. Es ist der Distelfalter, ein Wanderfalter, der aus dem Norden Afrikas stammt und mehr als 2000 km zu uns in den hohen Norden gefolgen ist (CO2-neutral!).

Hier legt er seine Eier an Disteln (hab‘ ich keine im Garten) und Brennnesseln (davon aber reichlich) ab, die in ca. 4 Wochen schlüpfen werden (und hoffentlich die Brennnesseln dezimieren). Danach macht er sich wieder auf den Heimweg.

Sein letzter Besuch hier oben im Norden ist 10 Jahre her.

Ist es nicht faszinierend, dass so ein kleiner Schmetterling über die Alpen fliegt, um sich hier bei uns den Klee-Nektar schmecken zu lassen und sich fortzupflanzen?

Sie flattern immer noch in meinen Garten und ich sehe sie jetzt mit ganz anderen Augen. Ja, fast ein wenig ehrfürchtig!

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Snapshots – Weiße Blütenpracht

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Blühende Obstbäume sind für mich die Frühlingsboten schlechthin. Wenn dann noch die weiß leuchtenden Blüten auf blauen Himmel treffen, kann ich mich an der Pracht kaum satt sehen.

Ein alter, knorriger Birnbaum steht in meinem Garten. Er muss wohl so an die 100 Jahre alt sein und wurde anscheinend noch nie in seinem Baumleben zurückgeschnitten.

Er überragt das Haus um einiges, die Birnen hängen in einer Höhe, aus der sie schon lange nicht mehr geerntet werden können.

Und doch liebe ich diesen Baum, der schon Wachholderdrosseln zum Nestbau diente und dessen Birnen (als überreifes Fallobst) nur die Drosseln, Bienen und Schmetterlinge erfreuen.

Früher gab es noch Diskussionen: „Diese Matschbirnen und sollten wir ihn nicht mal Fällen?“ Ich bringe es aber nicht übers Herz und jedes Jahr bedankt er sich mit seiner weißen Blütenpracht.

Ach ja, und eines der Bilder passt nicht zu den anderen – aber als Ratespiel ist das wohl doch zu einfach…

 

SnapShots – Glutrot in die Nacht

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Schon der dritte Tag im neuen Jahr spielte mit dem Feuer. Bereits am Nachmittag des 3. Januar, ein fast wolkenloser Tag mit klarer Luft, war abzusehen, dass der Sonnenuntergang spektakulär werden würde.

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Punkt vier habe ich den Stift fallen gelassen und bin (aber auch sowas von) schnell an den Deich – gerade noch rechtzeitig, um den Feuerball im Meer versinken zu sehen.

 

Beim Eintauchen ins Meeer „dippt“ die Sonne sogar (man sagt „dippen“, wenn die Kugel an den Seiten immer breiter wird – hat mir mal jemand erzählt…?) bis nur noch ein schmaler, gleissender Streifen am Horizont leuchtet.

 

Die Sonne geht, das Abendrot kommt, wird immer intensiver und spiegelt sich in den fast leergelaufenen Wattflächen.

Letzte Vogelschwärme ziehen in ihre Schlafquartiere, ein einsamer Radler hält auf dem Deich und schaut, wie ich, der Sonne nach.

Glutrot verabschiedet sich dieser Tag in die Nacht.

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Durchgefrohren aber tief bewegt und glücklich verabschiedete auch ich mich vom Meer, vom Deich und von dem Tag.

SnapShots – Hinter’m Sperrwerk

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Sie ist nicht wirklich der HotSpot der Nordseeküste, die Bucht hinter dem Eidersperrwerk. Der Eiderdamm Nord dominiert diesen Küstenabschnitt mit viel Beton und Stein. Wer aber gern mit dem Meer, den Wolken und unseren Wattvögeln allein ist, der ist hier richtig.

Selten verirren sich Spaziergänger hinters Sperrwerk, und wenn, dann nur, um mal kurz über den Deich zu schauen.

Sehr beliebt ist der hintere Bogen des Dammes bei den Austernfischer, die die Tarnung zwischen den vermörtelten Schüttsteinen geschickt nutzen und sich hier, vor allem im Herbst, ausruhen.

Dicht an dicht hocken die Wattvögel beisammen, lassen sich von den letzten warmen Sonnenstrahlen aufwärmen, stecken ihre roten Schnäbel unter die schwarzen Flügel und halten ein Nickerchen.

Richtig toll sieht es aus, wenn ein ganzer Schwarm gemeinsam aufsteigt und ihre weißen Unterseiten aus der Luft herableuchten. Aber ich würde es nicht übers Herz bringen, sie für solch ein Foto aufzuschrecken.

SnapShots – Blumenglück

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„Pflücke Dir Dein Glück selbst!“  wäre ein schöner Untertitel  für das Verkaufsschild gewesen.

In diesem Sommer hat mich ein Blumenfeld beglückt. Fast jeden Tag bin ich an ihm vorbeigekommen und jedes Mal hat mich der Anblick begeistert.

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Dabei kann ich nicht mal behaupten, dass ich ein Gladiolen-Fan bin. In meinem Garten befinden sich keine.

Aber so dicht an dicht und in dieser Farbvielfalt sehen sie prächtig aus. Von Weiß bis Schwarz-Lila, von Zart-Rosa bis Dunkelrot und all die Pink-Töne dazwischen. Die Natur hat tief in den Farbtopf gegriffen.

Gepflückt habe ich keine, nur Fotografiert. Und ein paar Zwiebeln, die schon rausgerissen waren, gemopst. Die werde ich im nächsten Frühjahr bei mir im Garten einbuddeln.

Welche Farbe sie haben werden? Ich weiß es nicht.

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Das wird eine Überraschung werden und vielleicht sogar der Beginn einer Leidenschaft.

Ist das digitale Kunst?

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Vor einiger Zeit habe ich mich mal bei Petra Pawlofsky von da sein im netz über „digitale Kunst“ erkundigt:

Liebe Petra, deine digitalen Arbeiten sprechen mich sehr an, wobei ich aber nicht wirklich immer zu erkennen vermag, was digital ist und was nicht. Ich finde die gesamte Thematik sehr spannend und würde mich sehr freuen, mehr darüber zu erfahren… 

Die Antwort kam prompt und hat mich zu meinen eigenen (bescheidenen) Spielereien inspiriert. Ich möchte es auch gleich vorweg nehmen, hier soll kein Anspruch auf Kunst erhoben werden. Es hat einfach Spaß gemacht und ist erstaunlich, was man mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm (PhotoScape) erzeugen kann.

Aber schaut einfach mal selbst:

Und hier zum Vergleich die Originale:

 

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Flying Dutchman

Auch Blumen machen sich so „gezwirbelt“ (Prismenfilter : Strudel) recht hübsch:

Stadtansichten (wie hier der Schuhmacher und der Wasserturm aus Heide) erhalten als Bleistift-Zeichnung ganz neue Details. Unattraktive Hintergründe treten in den Hintergrund.

Der im original Foto etwas störende Mann rechts unten neben der Laterne ist plötzlich ein, die Szene belebendes, interessantes Detail.

Oder wie wäre es mit impressionistisch bearbeiteten Rosen?

Sind die Impressionisten nicht fast noch schöner?

Wer jetzt Lust auf mehr hat, einige meiner Rosenbilder hatte ich auch schon mal in (fast) Scharzweiß und (ganz) Schwarzweiß  gezeigt.

SnapShots – Glöckchen ohne Schnee

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Zugegeben, Ostern war früh in diesem Jahr und es war lange kalt – nicht eine Osterglocke wollte an Ostern blühen. Aber die Schneeglöckchen waren am Ostersonntag „vom Eise befreit“ und strahlten mit der Sonne um die Wette.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
J.W. Goethe – Monolog des Faust, Osterspaziergang, aus: Faust I, Vers 903-940, 1808

Mit diesen Zeilen und Bildern verabschiede ich mich von Schnee und Eis und den dicken Winter-Socken!

Es ist Frühling! Basta!

SnapShots – doch noch Schnee

Header

Letzte Woche Samstagmorgen, noch etwas verschlafen, der erste Blick aus dem Fenster, der erste Gedanke des Tages: „Ich fass‘ es nicht!“

Jetzt, wo ich mit Winter abgeschlossen habe, nicht mehr neidisch auf Schnee woanders bin, die ersten warmen Tage genießen konnte, schon in der Sonne lag, jetzt hatte es geschneit. Und der gefühlt zweistellige Minusgrad-Ost-Sturm trieb den Schnee waagerecht vor sich her.

Sibirische Landschaft mit sibirischer Kälte.

Auch wenn der Spuck am Sonntagabend so gut wie vorbei war, die gefühlten zweistelligen Minus-Grade kommen immer noch aus Ost.

Ist heute nicht Frühlingsanfang? Ich fass‘ es nicht.


Hier gibt’s jetzt ‘ne keine Blog-Pause und ich wünsche Euch schon jetzt sonnige zweistellige Oster-Plusgrade! Und mir natürlich auch.

SnapShots – Biikefeuer in St. Peter

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Wenn es nach dem Biikefeuer in St. Peter gehen würde, das Biikefeuer, das den Winter vertreiben soll, dann hätten wir jetzt zweistellige Plusgrade. Im letzten Jahr mussten einige Biikebrennen wegen Sturm abgesagt werden, in diesem Jahr war das Wetter vorbildlich.

Ganz ohne Wind konnte die Flammen- und Funkensäule meterhoch in den klaren Abendhimmel steigen. Ein gewaltiger Anblick, an der Promenade von St. Peter Bad.

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Biikebrennen findet jedes Jahr am Vorabend des Petritages (22. Februar) statt. Die Tradition der Biike stammt von den Nordfriesischen Inseln. Dort wurden mit dem Feuer nicht nur der Winter sondern auch die Walfänger verabschiedet.

Nach einem Beschluss der Hanse durfte die Seefahrt, nach der Winterpause, erst wieder am Petritag  aufgenommen werden und die Walfänger in See stechen.

Um ganz sicher zu gehen, wird in einigen Orten sogar eine Strohpuppe auf den Reisighaufen gesetzt. Das Petermännchen, das den Winter symbolisiert und mit ihm in Flammen aufgeht.

So wie die Wolken zeichnen auch Feuer und Glut immer wieder neue vergängliche Bilder; ich habe sogar das Petermännchen gesehen. Ihr auch?  Nur den Winter, den haben wir nicht vertreiben können.

Heute Morgen hatten wir minus 11 (!) Grad an der Küste.