Herzkramen (5/11) – Tiere

Heute kommt mein Herzkramen so ganz ohne Kramen aus. Der Begriff Tiere und somit die elf Assoziationen dazu, ist Herzensangelegenheit. Denn es waren elf (nicht zehn und auch nicht zwölf) kleinen Mietzen, die meine Mama-Motte auf unserem Hof geboren hat. Genau elf.

Dank Random Randomsens Idee des Herzkramens sind sie hier nun alle noch einmal vereint.

Tiere – elf Näschen in Memorandum

Und ich bin erinnert, dass meine Katzenzeit schon viel zu lange aufs nächste Kapitel wartet…

 

 

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Kleine Liebeserklärung an die Kuh

Das Bild von weidenden Kühen ist selten geworden. Hier oben im Norden Dithmarschens habe ich sogar das Gefühl, dass fast mehr Pferde als Kühe auf den Weiden stehen. Von den Schafen mal abgesehen.


Aber vielleicht hat das auch mit einer veränderten Wahrnehmung zu tun. An einer Kuhweide fährt man recht achtlos vorbei. Bei Pferden schaut man viel eher interessiert hin, besonders wenn Fohlen auf der Weide stehen. Pferde sind schöne, elegante Tiere; die grazilen Fohlen auf Ihren staksigen, langen Beinen haben so etwas „Bambi-haftes“.

Auch Wiesen oder Deiche mit Schafen bekommen unsere Aufmerksamkeit, besonders zur Lamm-Zeit. Ausrufe wie „oh, wie niedlich“, „ach, wie süß“ sind beim Anblick der kleinen herumtollenden Lämmer nicht selten.


Die Kuh dagegen ist irgendwie unsichtbar geworden. Die Kuh auf der Weide, weder elegant noch niedlich, wird kaum noch bewusst wahrgenommen.


Dabei haben diese behäbigen Tiere, wie sie so dastehen und vor sich hin kauen, eine ganz eigene, in sich ruhende Ausstrahlung, fast meditativ. Kühe sind neugierig. Bleibt man am Zaun stehen, schauen sie interessiert und kommen meist näher.

Es ist schön zu beobachten, wie liebevoll Kühe mit Ihrem Nachwuchs umgehen, wie sich die, auch schon neugierigen Kälbchen doch noch schutzsuchend an Ihre Mama drücken.

Und wusstet Ihr, dass sich Kühe gegenseitig schlecken, oder sich in der eigenen Nase bohren können?

Es gibt sogar einen Trend (aus den Niederlanden), der sich der meditativen Ausstrahlung der Kuh bedient – das Kuhkuscheln. Es soll unserer Seele guttun, wenn wir mit einer Kuh kuscheln und ihre Wärme, ihren Herzschlag und ihr weiches Fell spüren. Einige Höfe bieten das Kuhkuscheln auch schon bei uns an (aber bitte auf keinen Fall auf eine Weide gehen, um dort zu Kuscheln; das kann gefährlich werden!).


Ich jedenfalls schaue wieder genauer hin, wenn ich ein paar Kühe auf einer Weide entdecke und bin seitdem erstaunt, wie viele Kuhweiden es doch tatsächlich gibt.

Kinder der Stadt

Ich hatte es fast vergessen, gar nicht mehr so auf dem Radar, wie viele Wildtiere in städtischer Umgebung leben und wie wenig scheu sie sind. Daher war ich auch recht erstaunt, als ich vor zwei Wochen in Braunschweig so viele Wildkaninchen zu sehen bekam.


Stadtgebiete mit offenen Flächen, wie Grünanlagen, Gärten oder Hinterhöfe sind ein beliebter Aufenthaltsraum für diese Kinder der Stadt. Wildkaninchen leben gesellig in Gruppen und entfernen sich selten weit von Ihrem Bau. Dort ziehen Sie auch Ihren Nachwuchs auf. Wo man eines sieht, sind sicher noch andere. Meist gehen sie erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche und mümmeln sich dann relativ unerschrocken durch die Grünflächen der Stadt.


Wildkaninchen werden oft mit Hasen verwechselt, wohl meist einfach umgangssprachlich (für Kinder sind es eben alles (Oster-) Hasen). Wildkaninchen sind kleiner als Hasen und haben die kürzeren Ohren. Wirklich auffällig sind aber Ihre großen, dunklen Augen, und diese Knopfaugen machen das Kaninchen auch so niedlich.


Im Gegensatz zu Kaninchen graben Hasen keinen Bau, der Hasen-Nachwuchs wird in sogenannten Sassen abgelegt. Eine Sasse ist im Grunde nicht viel mehr als eine kleine Kuhle im Gras und die kleinen Häschen liegen dort ganz unbeweglich in einer Art Starre (als Tarnung vor Feinden).

So eine Sasse hatte ich vor längerer Zeit mal mitten auf dem Rasen hinterm Haus. Seltsam, wo Hasen doch sehr scheu sind. Wochenlang haben wir dann um die Sasse herumgemäht bis sie eines Tages leer blieb. Versteht sich von selbst – das war vor meiner Katzenzeit.

…und tschüss – ihr Mümmelmänner aus Braunschweig!