SnapShots – manche nennen es „Unkraut“

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Ein naturnaher Garten liegt ja voll im Trend. Immer mehr Garten-Besitzer haben erkannt, dass der englische Rasen und die ordentlich gejäteten Beete voller Stauden mit gefüllten Blüten unsere Bienen verhungern lassen.

Mein Garten war schon immer „natur-nah“; man könnte ihn sogar „verwildert“ nennen. Das hatte in der Vergangenheit weniger mit meiner Liebe zu den Insekten, sondern eher mit seiner Größe und meiner Zeit zu tun.

In diesem Jahr blühte der Löwenzahn bevor der Rasenmäher ihm die Köpfchen rasieren konnte. Und weil das so hübsch aussah, das Meer der gelben Blüten, blieben sie stehen. Jetzt habe ich ein Meer von Pusteblumen in hohem Gras.

Sogar die Akelei wird in vielen Vorzeige-Gärten als Unkraut bekämpft. Bei mir darf sie wachsen und blühen, wo immer sie möchte. Ich liebe diese elfenartigen Geschöpfe, die sich selbst aussäen und immer neue Formen und Farben kreieren.

Somit wird es im nächsten Jahr wieder viele neue Akelei-Pflänzchen geben. Und der Löwenzahn hat auch eifrigst an seiner Verbreitung gearbeitet.  Mich stört das nicht und die Bienen freut’s!

Naturnah liegt eben voll im Trend.

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SnapShots – Garten im Mai

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Gibt es etwas Schöneres als Garten im Mai? Wenn die Farben um die Wette leuchten und das Grün noch frisch und saftig aussieht. Ich kann mich nicht satt-sehen an den Mohn-, Flieder- und Tulpen-Farben, an der Kirschblüte und jetzt an der Apfelblüte.

An den Tulpen habe ich meine besondere Freude, denn über’s Jahr hinweg habe ich meist vergessen, wo die Tulpenzwiebeln stecken. So überrascht mich mein Garten immer wieder auf’s Neue.

Auch meine Rosen sehen in diesem Frühjahr kräftig und gesund aus, sie sind mit Knospenansätzen übersät. Ich bin schon jetzt gespannt, welche Rose diesmal das Rennen macht und Ihre erste Blüte zeigt.

SnapShots – Gänse-Alltag

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Es ist sicher nicht die Frage aller Fragen, aber man könnte sie ja trotzdem stellen: Was macht eine Graugans so den ganzen Tag? Im April besteht ein grosser Teil des Gänse-Alltages aus Brüten.

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Zwischendurch und ab und zu wird ein wenig geschwommen, getaucht und geschnattert.

So viel Bewegung macht hungrig. Gans watschelt ganz gemächlich das Ufer hinauf um ein wenig vom frischen, grünen Gras zu zupfen.

Nach der Mahlzeit sollst Du ruhen oder, wenn Du eine Gans bist, kräftig die Flügel ausschütteln…

…um Dich anschliessend ausgiebig zu putzen. Unter dem Bauch, zwischen den Rückenfedern und auf dem Kopf. Es juckt aber auch überall.

Dann wird es Zeit zurück zu paddeln. Die Gattin wartet sicher schon sehnsüchtig.

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Und schon wären wir wieder bei der Hauptbeschäftigung einer Graugans im April. Beim Brüten. (Und zum Glück hat keine Schildkröte das Nest besetzt. Gibt’s nicht? Doch, schaut mal hier: Linsenfutter)

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Bei meinem nächsten Besuch im Katinger Watt gibt es dann sicher zu sehen, was da so geduldig ausgebrütet wurde. Ich bin sehr gespannt.

SnapShots – Meister der Symmetrie

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Kaum einer unserer Küstenbewohner ist so markant wie der Säbelschnäbler mit seinem säbelartigen Schnabel und den langen Beinen. Selten trifft man nur einen dieser Vögel. Sie brüten in Kolonien und leben in einer saisonalen Ehe.

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Säbelschnäbler-Kolonie im Katinger Watt

Und wie ein alt vertrautes Ehepaar staksen sie, Seite an Seite,  durch’s seichte Wasser. Oder sie suchen, dicht aufeinanderfolgend aber trotzdem mit gleichlaufenden Bewegungen, ihr Nistmaterial.

Gerade so, als würden sie an ihrer Synchronchoreographie feilen.

Ein schnelles Bad zwischendurch ist schon erlaubt, nur wenn ein Dritter diese Harmonie stört, dann gibt es echten Streit.

Katinger Watt – mit Tele-Zoom auf Vogelfang

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April, Mai, Juni, das sind für mich die schönsten Monate im Jahr. Nicht nur, dass die Natur erwacht, es überall grünt, wieder warm wird und die Tage länger. In diesen Monaten ist auch die Brutzeit vieler Küstenvögel, die ihren Nachwuchs bei uns an der Nordseeküste großziehen werden.

Das Katinger Watt, mit seinen weiten Wiesen- und Wasserflächen, ist eine der artenreichsten und landschaftlich reizvollsten Kinderstuben. Es liegt quasi vor meiner Haustüre und doch ist es schon erstaunliche zwei Jahre her, dass ich dort die kleinen Graugänse beobachtet habe. Warum eigentlich?

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Vogelbeobachtungshütten im Katinger Watt

Vor meiner ersten Entdeckungstour in die Welt der Graugänse hatte ich mir ein sündhaft teures Tele-Zoom gekauft und tatsächlich ein paar schöne Szenen einfangen können. Doch das Objektiv und ich wurden keine Freunde; zu groß, zu schwer, zu umständlich. Es landete in der sprichwörtlichen Ecke.

Aber das Thema wollte und will mich nicht loslassen. Begeistert (und ein wenig wehmütig) folge ich Tanja oder Cindy und Ihren faszinierenden gefiederten Bildern. Oder Linsenfutter. Und bei Linsenfutter lief sie mir über den Weg. „Das ist es!“, wusste ich sofort.

Das ungeliebte Tele ließ sich verkaufen und eine P900 wurde bestellt.

Jetzt konnte ich es kaum erwarten, wieder auf Vogelfang zu gehen. Am ersten sonnigen Nachmittag ging’s los.

Die Vogelbeobachtungshütten liegen nicht weit vom NABU Naturzentrum Katinger Watt. Man parkt am besten am Zentrum und läuft dann den Deich hinauf und ein Stück über die Schafswiesen. Von dort führt ein schmaler Weg zwischen zwei hohen Erdwällen direkt zu den Hütten.

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Herr Schnatterente schüttelt sich das Wasser aus den Federn

In den Hütten trifft man neben Vogelfreunden mit Fernglas auch auf den passionierten Naturfotografen, der in tarnfarbener Outdoor-Kleidung seine „lange Tüte“ samt Stativ vor einer der Schiebeluken positioniert. Im Raum nur gedämpftes Flüstern, kaum hörbares Summen der Zoom-Motoren, diffuse Lichtfetzen, die durch die Holzspalten einfallen.

Und ich mittendrin, in rotem Hemd und mit lautem Klick-Klick. Herrjeh…

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Familie Graugans

„Eine P900?“, spricht mich plötzlich ein Herr an, der gerade seine Kamera neben mir auspackt. „Darf ich ihnen zeigen, wie Sie das Klicken ausstellen können?“, flüstert er fragend und hat meine Kamera schon in der Hand.

„Ich habe sie ganz neu“, entschuldige ich mich und beschließe, das jetzt nicht peinlich zu finden.

„Ach, sie fotografieren im Automatikmodus?“, fragt er weiter, nachdem er meine Kamera auf lautlos gestellt hat. „Für Vogelaufnahmen würde ich…“, und schon erhielt ich einen kompakten Einführungskurs in meine neue Kamera.

Der freundliche Herr schob mir dann noch seine Visitenkarte hin. Falls ich noch Fragen hätte. Wie nett!

Ein paar Minuten später hörte ich ein leises „Mist, Speicherkarte voll!“ und der freundliche Natur-Fotograf René Schaack verabschiedet sich. Sieh an, auch der Profi hat mal eine Panne!

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Der schlafende Schwan

Mein Speicherplatz reichte locker für eine stattliche Ausbeute von über 300 Graugans-, Säbelschnäbler- und Entenbildern.

Nach der ersten Durchsicht sollten so bummelige 100 Fotos übrig bleiben, ein Viertel davon wird es wohl in den Blog schaffen. Kein zu schlechter Schnitt, finde ich.

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Die Graugans – sehr fotogen und eines meiner Lieblingsmotive

Und ich habe eine Menge Neues gelernt und gesehen. Ich habe den Flussregenpfeifer kennengelernt (der kleine Piepmatz mit den gelben Augenringen), meinen ersten Silberreiher fotografiert und eine Schatterente – ja, die gibt es wirklich, die heißt tatsächlich so – beim Trockenschütteln erwischt.

Nur der Haubentaucher, der war mir abgetaucht. Plötzlich war der Sucher leer und ich konnte ihn nicht wiederfinden. Wie schade. Aber Spass hat es trotzdem gemacht!

Die Stunde am Fluss

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07:00 Uhr Frühstück, 08:00 Abfahrt Büro, 08:30 Meeting, 12:30 Business-Lunch, 13:00 Meeting, 17:30 Abfahrt Hotel, 19:00 Abendessen… so, oder so ähnlich sieht wohl der Zeitplan vieler Dienstreisen aus. Da macht es kaum einen Unterschied, ob sie nach Dinslaken oder Barcelona führt.

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Wäre da nicht diese eine Stunde vor dem gemeinsamen Abendessen. In dieser Stunde kann man seine elektronische Korrespondenz erledigen oder die Gegend ums Hotel erkunden. Glücklich ist, wer dann die Natur vor der Hotel-Eingangshalle hat und sich gegen den Laptop entscheidet.

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Meine Stunde führte mich an die Erdre, ein Fluss in Frankreich, der bei Nantes in die Loire mündet. Am Ufer der Erdre befinden sich zahlreiche Herrenhäuser, Parks und Schlösser, sehr typisch für die Region Pays de la Loire, und eines dieser altehrwürdigen Gemäuer war bereits vom Hoteleingang zu sehen, das Château de la Gascherie.

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Nach Quartalszahlen, Jahresrück- und Ausblicken tut Natur gut, erdet wieder und lässt – entschuldigt den abgedroschenen Ausdruck – den Kopf frei werden. Am Ufer eines Flusses fließen auch die eigenen Gedanken, zurück an die Flüsse der Kindheit, um Kontinuität und Wandel oder einfach dem Meer entgegen.

Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen – unvermögend, aus ihr herauszutreten, und unvermögend tiefer in sie hineinzukommen.

Ungebeten und ungewarnt nimmt sie uns in den Kreislauf ihres Tanzes auf und treibt sich mit uns fort, bis wir ermüdet sind und ihrem Arme entfallen.

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Sie schafft ewig neue Gestalten, was da ist, war noch nie, was war, kommt nicht wieder – alles ist neu, und doch immer das Alte. Wir leben mitten in ihr und sind ihr Fremde.

Sie spricht unaufhörlich mit uns und verrät uns ihr Geheimnis nicht. Wir wirken beständig auf sie und haben doch keine Gewalt über sie.

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Sie spielt ein Schauspiel: ob sie es selbst sieht, wissen wir nicht, und doch spielt sies für uns, die wir in der Ecke stehen. Es ist ein ewiges Leben, Werden und Bewegen in ihr, und doch rückt sie nicht weiter.

Sie verwandelt sich ewig, und ist kein Moment Stillestehen in ihr. Für`s Bleiben hat sie keinen Begriff, und ihren Fluch hat sie ans Stillestehen gehängt.

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Gedacht hat sie und sinnt beständig; aber nicht als ein Mensch, sondern als Natur. Sie hat sich einen eigenen allumfassenden Sinn vorbehalten, den ihr niemand abmerken kann.

Die Menschen sind alle in ihr und sie in allen. Mit allen treibt sie ein freundliches Spiel und freut sich, je mehr man ihr abgewinnt.

Aus:
Die Natur  – Johann Wolfgang von Goethe
Veröffentlicht: 1782/83 im Journal von Tiefurt

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Ja, ich habe ihr eine Freude bereitet, der Natur, in der Stunde am Fluss.

Auch aus 2016 – Drei auf einen Streich

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Diesmal sind es keine fast vergessenen Fotos sondern drei kleine Mietzen, die sich bei mir im Frühherbst letzten Jahres laut jammernd eingefunden haben. Drei kleine Mietzen, wohl aus dem Mai, mager, hungrig, ängstlich und scheu.

Die ersten Schälchen Mampfie (ja, Katzenfutter hatte ich noch…) wurden nur in sicherem Abstand und nur unter dem Auto verschlungen. Dabei wollte ich „eigentlich“ keine Katzen mehr…

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Aber – kann man diesem Blick widerstehen?

Drei kleine Geschwister haben nun auch Namen und erobern ihr neues Zuhause immer ein kleines Stückchen mehr – Paulchen, der schmucke, gemütliche (und total verfressene) graue Kater, Finny, sein freches, schlaues Brüderchen mit dem etwas schiefen Gesicht und der weißen Pinselspitze und Lotta, unser hyperaktives, immer noch etwas scheues aber streitbares Mädchen mit dem weißen Kringel um die Schwanzspitze.

Alle Drei sind seit kurzem kastriert bzw. sterilisiert, haben das Drama gut überstanden (ich glücklicherweise auch…) und nun schauen wir gemeinsam und unbeschwert in ein turbulentes, neues Katzenjahr 2017.

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Paulchen sitzt schon mit am Tisch

Ich freu mich drauf!

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Nachtrag:

19. Februar 2017 – „Unbeschwert“ war nur der Wunsch :  Kleine Lotta, Dein Leben war viel zu kurz aber ich hoffe, es war doch etwas schön. Die Straße wurde Dir zum Verhängnis, Finny liegt jetzt auf Deinem Platz und dein Schälchen bleibt leer. Wir vermissen Dich.

Basstölpel – schwarz-weiße Eleganz

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Basstölpel – welch ein Name für diesen eleganten Vogel. Wer ist bloß auf diese Idee gekommen?

Der Legende nach (und laut Wikipedia) sollen es französische Fischer gewesen sein, die diesen Vogel zwar ständig fischen sahen, aber nie beobachten konnten, dass er auch nur einen einzigen Fisch aus dem Wasser geholt hätte. Dieser „Tölpel“!

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Was sie nicht wussten: der Basstölpel schluckt seinen Fang bereits unter Wasser.

Seit 1991 ist der Basstölpel auch wieder Brutvogel auf den Felsen von Helgoland und macht den Trottellummen, die dem Helgoländer Vogelfelsen seinen Namen gegeben haben, echte Konkurrenz. Gerade im Spätsommer sind die Felsen fest in Tölpel-Hand.

Die Tölpel-Jungvögel, die gerade flügge werden, tragen noch dunkle Federn. Nur die Federspitzen leuchten schon in Weiß. Am Kopf und auf dem Rücken sind die weißen Tupfen besonders gut zu erkennen.

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Erst in einem Alter von fünf Jahren werden aus den getupften Entchen die schönen Schwäne.

Den markanten Gesichtsausdruck verdanken die Basstölpel ihrer schwarzen Haut, die um Schnabel und Augen herum nicht von Federn verdeckt wird.

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Und sie sind nicht besonders scheu, sitzen fast zum Greifen nah an der Felskante und recken ihre Hälse in Position.

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Gerade so, als wären sie sich ihrer Eleganz bewusst.

Stroh-Ernte

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„In den Weizen“ geht es bei uns hier oben in Dithmarschen meist in der ersten Augustwoche. Ein paar Tage nachdem die Mähdrescher unterwegs sind, folgt dann die Strohernte.

In diesem Jahr begann die Kornernte recht spät, der Juli war einfach zu nass. Somit zog sich die Strohernte fast bis in den September. Denn auch das Stroh soll trocken eingebracht werden.

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Wie die schönen Rundballen entstehen, wollte ich mir in diesem Jahr mal genauer anschauen. Und wie das Teufelchen so will, ging’s gerade schief, als ich am Acker ankam. Genau so sollte es nicht aussehen… (O-Ton: „Das ist mir ja noch nie passiert!“)

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Die Klappe der Rundballenpresse war nicht ganz zu, das Stroh quoll hinten wieder hinaus. Da half nur Anhalten, den halb gepressten  Strohberg erst mal wieder loswerden und alles auf Anfang.

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Soll das Weizenstroh aufgepresst und nicht kleingehäckselt untergepflügt werden,  legt der Drescher es ins sogenannte „Schwad“. Die Strohschwaden liegen dann aufgehäuft in Reihen auf dem Acker und dürfen gerne noch ein bis zwei Tage antrocknen. Einen Regenschauer kann der Bauer dann nicht gebrauchen.

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Aber das Wetter ist nicht immer auf seiner Seite. Regnet das Stroh noch mal ein, muss es zum Trocknen auseinandergekehrt und erneut geschwadet werden. Zu keiner Zeit im Jahr wird so viel über Wetter gesprochen wie in der Korn- und Strohernte.

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Durch die Nähe zum Meer beginnt es hier bei uns im August auch abends oft zu tauen. Dann geht das Strohpressen erst weiter, wenn der Wind und die Mittagssonne die obere Strohschicht wieder abgetrocknet haben.

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Ist endlich alles perfekt, das Stroh also trocken, fahren die Rundballenpressen oftmals bis tief in die Nacht. Nehmen mit ihrer „PickUp“ die Strohreihen auf und rollen und pressen sie in der Trommel zu großen Ballen.

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Ist die Trommel voll, dann wird gewickelt, gewickelt und gewickelt. Das Netz in der Trommel um den Strohballen gewickelt.

Und hat man diesmal alles richtig gemacht, kommt nach dem Öffnen der Klappe ein schöner, großer Rundballen zum Vorschein.

Na also, geht doch!

SnapShots – Graugänse

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Mal schnatternd über das Wasser gleitend, mal „unerlaubterweise“ mitten im Winterweizen, mal entspannt vor sich hin watschelnd oder ganz elegant hoch oben in den Lüften. Die Graugans ist zurzeit vielerorts zu beobachten, besonders gut auf Eiderstedt, in den Schutzgebieten der Eidermündung.

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Im Mündungsbereich der Eider ist die Graugans, anders als auf den frischen, grünen Äckern der Landwirte, willkommen. Hier bietet der Naturschutz große, wasserreiche Grünflächen, auf denen sie ungestört fressen und brüten kann. Man schätzt, dass sich jährlich um die 200 Graugänse in den Schutzgebieten der Eider zum Brüten einfinden.

Graugänse sind die wilden Vorfahren der domestizierten Hausgänse und haben somit den ganz großen Vorteil, an Weihnachten nicht in der Röhre zu landen. Vielmehr verbringen sie die Weihnachtszeit am Mittelmeer (obwohl immer mehr Gänse auch winters bleiben – die milden Winter und die intensivierte Landwirtschaft bietet Ihnen ausreichend Nahrung).

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Von den Gänsen geht eine Faszination aus, die sicher nicht nur dem kleinen Nils Holgersson geschuldet ist, der in Selma Lagerlöfs Erzählung auf dem Rücken der Graugans Martin durch ganz Schweden reiste.

Ein ziehender Gänseschwarm weckt eine ganz eigentümliche Sehnsucht und nicht selten schaut man ihnen bis zum letzten hörbaren Schrei und letzten sichtbaren Flügelschlag ergriffen nach.

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Gänsezug
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

Die erste Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: „Seht, ich führe!“
Die letzte Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: „Seht, ich leite!“

Und jede Gans im Gänsezug,
Sie denkt: „Dass ich mich breite
so selbstbewusst, das kommt daher,
weil ich, ein unumschränkter Herr,
den Weg mir wähl nach eignem Sinn,
all meiner Schritte Schreiter bin
und meine Freiheit spüre!“

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Und der diesjährigen Graugans-Nachwuchs ist auch schon flügge, schwimmt eifrig zwischen Mama und Papa seine ersten Übungsrunden.

Vom Graugans-Kindergarten beim nächsten Mal mehr…