Bib Bang „Farbfrisch“

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Darf ich vorstellen? Stolz präsentieren? Herzlichst hereinbitten? Ich spreche in Rätzeln? Na gut, vielleicht erst mal der Reihe nach.

Meine Großmutter besaß einen Laden, für Damen-Oberbekleidung und Kurzwaren. Ich liebte die gefüllten Regale, das dunkle, glänzende Holz des Verkaufstresen, die gediegene Atmosphäre in dem hohen, schmalen Raum.

Käthe Bielkes Laden
Foto vom Eröffnungstag

Besonders stolz war ich immer, wenn ich helfen und den gerade erstandenen Pullover für eine Kundin einpacken durfte. Unter den strengen Blicken meiner Großmutter, versteht sich.

Farbfrisch

„Irgendwann mache ich auch einen Laden auf“, stand schon damals für mich fest. Wie oft habe ich über diesen Traum nachgedacht, Ihn verworfen und doch immer wieder aufgenommen.

Manchmal ist es schwerer einen Traum aufzugeben, als ihn sich zu erfüllen.

So, und nun noch einmal mein Big Bang: „Tatatataaa! Hiermit erkläre ich meinen Laden und den neuen Blog Farbfrisch für eröffnet.“

Laden
So stand es bei Ebay

Der Laden, 30 Quadratmeter in einer engen Seitenstraße am Wesselburener Marktplatz, in der Süderstraße 11. Mit Schaufenster und Sprossentür. In der Strasse wird es wohl eher keine Laufkundschaft geben, der Laden hat nicht mal Öffnungszeiten (jedenfalls so gut wie keine) und ist auch noch nicht fertig – aber es ist ein Laden!

Der Shop im Blog Farbfrisch ist auch noch nicht fertig, aber so könnt Ihr mitverfolgen, wie sich meine kleine Laden-Idee entwickelt.

Das Konzept, das hinter Farbfrisch steht, sind die Farben des Meeres und meine Liebe zu  Holz. In der „Werkstatt“ Farbfrisch werden Holzbalken-Reste zu Standhäuschen, Treibgut-Planken zu Sehnsuchts-Stelen und Flohmarkt-Möbelfunde zu meeresfrischen Einzelstücken.

Möbel, Deko und Accessoires im Farbenspiel einer Meereswelle, die auf den Strand rollt.

Streifen
Hol‘ Dir die Farben des Meeres nach Hause!

Jetzt dürft Ihr bei Farbfrisch eintreten und Euch umschauen. Oder wir sehen uns freitagnachmittags in Wesselburen.

Nach so viel Kreativität brauche ich jetzt erst mal eine kurze Blog-Sommer-Sonnen-(hoffentlich!)-Strand-Auszeit und werde mich genau dort für die nächsten Pinselarbeiten inspirieren lassen.

Enjoy summer & see you soon.

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Dithmarscher Kohltage

Der Kohlanbau gehört zu Dithmarschen wie das Salz in die Nordseeluft. Das liegt an dem guten Marschboden hier bei uns. Der Marschboden eignet sich besonders gut für Kohlanbau und so kann man zurzeit weitläufige Kohlfelder in den Dithmarscher Marschgebieten bestaunen.

Auch wenn der Kohl deutlich überwiegt, wird in der Marsch auch viel Gemüse angebaut. Felder von Möhren, Kohlrabi, Sellerie, Rote Beete, Porree oder Erbsen. Besonders die Erbsenfelder hatten mich, als ich nach Dithmarschen kam, fasziniert. Erbsenanbau kannte ich natürlich aus „Opa’s Garten“ – so zwei Reihen – ein ganzes Feld voller Erbsen hatte ich noch nicht gesehen.

Aber nicht nur der Boden macht die Marsch zur Gemüsekammer, auch die Nähe zur Nordsee ist beim Kohl- und Gemüseanbau hilfreich. Der fast nie versiegende, frische Nordseewind vertreibt die „Schädlinge“, die sich sonst so gerne an unserem Gemüse bedienen. Und irgendwie schmeckt das frische „Marschgemüse“ auch besonders intensiv (oder bilde ich mir das nur ein…?).

Der Kohlanschnitt, offizieller Begin der Kohlernte, wird seit Jahren im Rahmen der Dithmarscher Kohltage gefeiert und dann dreht sich alles um den Kohl – vor allem kulinarisch. Für einge ist Kohl ja immer noch das „übelriechende“ Armeleute-Essen; wie lecker Kohl jedoch daherkommen kann, lässt sich während der Kohltage in vielen teilnehmenden Gaststätten erfahren.

Mein Kohl-Favorit ist der Dithmarscher Kohlpudding. Traditionell in einer (Kohl-)Pudding-Form im Wasserbad zubereitet, kann man ihn aber auch in einer runden Auflaufform mit Deckel machen. Kohlpudding erinnert geschmacklich sehr an Kohlrouladen, ist aber deutlich simpler zu realisieren. Man spart das Blanchieren der Kohlkopfs (der sowieso in keinen Topf passt…) und das Wickeln.

Meinen Kohlpudding mache ich so:

Einen schönen Weißkohl-Kopf in dreieckige Stücke schneiden und in Salzwasser etwas weich kochen.

Das Hack (gute 800g) wie gewohnt (mit Ei, Salz, Pfeffer, Semmel, usw.…) anmachen.

Die Kohlblätter und das fertige Hack abwechselnd in eine Auflaufform (mit Deckel) schichten und bei 200 Grad ’ne Stunde in den Ofen. Dann nochmal ’ne halbe Stunde bei 180 Grad ohne Deckel weitergaren.

Aus dem Kohlwasser, etwas Speck, Zwiebeln und kleinen Kohlstückchen eine Soße „zaubern“.

Das ist lecker und gesund!

Der gesunde Kohl ist im Kohlosseums (Kohl-Museum, Krautwerksatt und Bauernmarkt im historischen Gebäude der alten Sauerkrautfabrik in Wesselburen) Programm. Neben Bio-Natursauerkraut und Sauerkrautsaft – alles in Handarbeit hergestellt – gibt es, man darf staunen, auch Kohl-Salbe und Kohl-Shampoo.

Und auf dem Meldorfer Kohlmarkt habe ich sogar einen Stand mit Rotkohl-Eis gesehen, es aber nicht probiert, muss ich gestehen. Das war mir dann doch zu gewagt…

Wer die Kohltage in diesem Jahr verpasst hat, darf sich auf die 30. Dithmarscher Kohltage vom 20. bis 25. September in 2016 freuen.

Wesselburen – am Markt tut sich was

Feriengästen von mir wurden mal gefragt, wo sie denn Ihr Urlaubsquartier haben. „Im Wesselburenerkoog“, verrieten sie freudig. „Ach Wesselburen – die tote Stadt“, war die niederschmetternde Erwiderung des Fragestellers.

Zugegeben, die Blütezeit Wesselburens liegt schon ein paar Jährchen zurück, kann aber an den stattlichen Bauten am Marktplatz auch heute noch erahnt werden. Die historischen Stadthäuser umsäumen den Markt rund um die Kirche, schmale Gassen führen sternförmig die Warft hinunter in den Ort.

Auch zugegeben, Leerstand und Verfall prägten zunehmend das Stadtbild und den Marktplatz. Seit einigen Jahren wird aber aktiv gegen diesen Verfall angegangen. Wesselburener Bürger gründeten in privater Initiative den Verein „Runder Tisch “, der mit Ideen, Aktionen und Taten unsere Stadt wiederbelebt.

So hat sich auch am Markt einiges getan. Neue Sitzbänke, Blumen-Anpflanzungen, eine Wasserlauf-Spielanlage setzen Akzente, die Brandruine des ehemaligen Textilhauses Gieseler wird einem innovativen Wohn- und Bürgerzentrum weichen, um nur einige Beispiele der positiven Entwicklung Wesselburens zu nennen.

Schon immer das Marktbild beherrschend war und ist die St.-Bartholomäus-Kirche, die mit Ihrem massigen Bau und der für Norddeutschland so untypischen, prächtigen Zwiebelturmspitze im alt-russischen Stil auf der Warft thront. Zudem ist die Kirche ein Meisterwerk der Akustik und ein Konzert in dieser Kirche ein beeindruckendes Erlebnis.

Am vorletzten Wochenende eröffnete sogar die Ulmenklause, auch eines der historischen Häuser am Markt, nach 2 Jahren Leerstand neu.

Wer die alte „Ulme“ noch kennt, der darf staunen; der Gastraum ist hell und freundlich restauriert und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet worden.

Und wer Tanja Möller kennt – Tanja betreibt neben Ihrer weit über die Grenzen Dithmarschens bekannten Kochschule (ein echter Tipp für ein ganz besonderes kulinarisches Erlebnis) jetzt auch die Ulmenklause – erkennt Tanja’s Handschrift sofort. Frisch und regional wird gekocht, frisch und ansprechend ist das Ambiente.

Da bleibt nur der Entwicklung Wesselburens, des Marktes, der Ulmenklause mit Tanja Möller und allen anderen Unternehmern und Bürgern der Stadt viel Erfolg und viele Besucher zu wünschen.