„Geheim“-Tipp zum Kaffee

Geheimtipp

Landkaffees schießen zurzeit ja wie die Pilze aus dem Boden. Man geht wieder ins Café. Das war nicht immer so, galt eine Zeitlang sogar als spießig. Ich erinnere mich auch Zeiten, in denen es schwierig war ein Café zu finden, das selbstgebackenen Kuchen anbot.

Andresen1

Nicht so in Andresen Schankwirtschaft. Dort wurde schon immer selbst gebacken. Dort kam keine „Konditor-Einheits-Torte“ oder TK-Ware auf die blankpolierte Tischplatte. Aber nicht nur Andresens Mandarine-Schmand Kuchen machte die Schankwirtschaft in Katingsiel gleich hinter dem Katinger Deich zum Geheimtipp.

Das Lokal unter Reet ist die älteste Schankwirtschaft der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste (1668).  Bei schlechtem Wetter sitzt man in kleinen Stuben, jede mit ihrem ganz eigenen, historischen Charme und wunderschönen Delfter Kacheln an den Wänden.

Andresen3

Bei schönem Wetter sind die Plätze vor der roten Backsteinfassade besonders begehrt und man braucht ein Fünkchen Glück, um einen zu ergattern.

Die Trümmertorte schmeckt aber auch auf der Holzbank mit Blick auf den grünen Deich. Erst einen schönen Kaffee dazu und dann einen Eiergrog hinterher. Es ist sträflich, Andresens Schankwirtschaft zu besuchen und keinen Eiergrog zu bestellen.

Denn wirklich legendär wurde das Lokal durch seinen Eiergrog (nach dem Geheimrezept der blonden Kathrein). Der soll ja bis nach Hamburg bekannt sein.

Wie Wilhelm Andresen selbst, ein Eiderstedter Original, der es liebte, seine Gäste mit witzigen Begebenheiten aus seinem Leben zu unterhalten. Man war fast enttäusch, wenn Wilhelm mal nicht zugegen war…

Leider ist Wilhelm Andresen im letzten Sommer verstorben, aber wer ihn einmal in seiner Schankwirtschaft erleben durfte, wird ihn immer in Erinnerung behalten.

Wie die Kachelstube, den Schmandkuchen und natürlich den Eiergrog.

Advertisements

17 Gedanken zu “„Geheim“-Tipp zum Kaffee

  1. Ich kann mich noch gut an unseren 1. Besuch bei Andresen erinnern: wir saßen abends mit dir zusammen in einer seiner Stuben, als Andresen hereinkam und uns mit „na, ihr Hanauer“ begrüßte. Nachdem wir ihm dann sagten aus welchem Ort wir genau herkommen, sagte er prompt, das er schon in Bruchköbel gewesen sei, nämlich im LET – Verlag (…heute ist mein Tag usw)
    In den Jahren danach ist die Tochter des LET – Verlag mit ihrem Mann in’s Nachbarhaus neben uns gezogen und wir haben uns befreundet 😃
    Die Welt ist klein
    Schade, das der alte Andresen verstorben ist. Dieses Jahr müssen wir unbedingt wieder mal eiergrog trinken.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, an diesen Abend erinnere ich mich auch. Wie lange ist das her – 20 Jahre? Und nicht nur, dass wir schon an dem Abend festgestellt hatten, dass die Welt klein ist, wir hatten auch – glaube ich – einen Eiergrog zu viel und schrecklich viel gelacht!

      Und ja, wir werden dies Jahr auch wieder einen trinken, denn der ist so lecker, der schmeckt auch gut bei Sonnenschein! Ich freu mich!

      Gefällt mir

  2. Das sieht wirklich schön und einladend aus, liebe Ulrike. Zu schade, dass wir so weit weg sind! Aber ich habe Deinen Blogpost gleich mal an eine Freundin weitergeleitet, die ein Haus in Tetenbüll hat. Da hat sie’s nicht so weit. 😊🍰☕️

    Liebe Grüße, Martina ⛵️☀️

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s