Am Eider-Deich ist die Welt nicht (mehr) zu Ende

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Einst war die Dithmarscher Welt am Eiderdeich zu Ende. Und einst ist nicht mal ein halbes Jahrhundert her. Vor dem Bau des Eidersperrwerkes endete die sandige Dammstrase des Wesselburenerkoog am Eiderdeich. Wer zu jener Zeit nach Eiderstedt wollte, hatte einen weiten Weg über Tönning.

Es gibt sogar noch Zeitzeugen, die von einer Querung über’s eisbedeckte Wasser berichten können. Als Winter noch Winter waren und die Eider zufror…

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Heute fährt man durch’s Sperrwerk und ist in null-komma-nix auf Eiderstedt. Aber die 236 Meter lange Röhre unter dem Eider-Sperrwerk hindurch hat es bis heute nicht geschafft, die ehemalige Trennung zu begleichen.

Hinter dem Tunnel beginnt eine andere Welt. Grünland, Weidevieh und große, oft einsam liegende Höfe prägen das Landschaftsbild. Echten Weitblick unter hohem Himmel, das gibt es noch auf Eiderstedt.

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„Vogelschutzgebiet“ heißt das Zauberwort, das den Bauern jenseits der Eider das Wirtschaften erschwert, das intensiven Ackerbau und Windkraft stark einschränkt, das Eiderstedt jedoch so lebenswert macht. Und das bei mir immer wieder ein Gefühl von Urlaub hervorzaubert (da muss es nicht mal St. Peter sein).

Mit dem Fischbrötchen geht es schon los. Oft holen wir uns eines vom Kiosk am Sperrwerk, doch auf der anderen Seite im Fischbistro „Katinger Watt 1“ schmeckt es gefühlt noch besser.

Dabei gibt es dort die gleiche Speisekarte (plus einem täglich wechselnden Fischteller), den gleichen Inhaber und nicht mal den Blick auf die Eider. Aber es ist etwas Besonderes dort auf der Terrasse zu sitzen und auf die grünen Wiesen des Katinger Wattes zu schauen.

Noch schöner ist die Aussicht im Cafe Mahre, keine 5 Minuten entfernt, das idyllisch inmitten der Wattwiesen und am Katinger Priel liegt.

Die Speisekarte ist überschaubar und lässt vor allem Kartoffel-Fan-Herzen höher schlagen. Es gibt frisch gekochte Pellkartoffeln oder frisch zubereitete Bratkartoffeln mit den klassischen Beilagen wie Matjes oder Brathering aber auch einfach nur mit Quark.

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„Pellkartoffeln mit Quark“ habe ich schon als Kind geliebt und wenn die Küche dann noch Garnelen in Chili-Vanille-Salz dazu zaubert, dann brauche ich nicht mehr um glücklich zu sein.

Wer nicht so kartoffelig aufgelegt ist, der bestellt sich einen Pfannkuchen oder einen Kaffee, schaut in die Ferne und geniesst die Ruhe.

Und für den obligatorischen Blick über den Nordseedeich ist es bis zur Vollerwieker Badebucht auch nicht weit.

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So, so, von Vollerwiek habt Ihr noch nie etwas gehört? Ich nehme Euch mit, nächste Woche, versprochen!

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