Flensburg – Rote Straße und noch mehr Höfe

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Flensburger Bürger mögen es wissen, die Rote Straße hat nichts mit der Farbe Rot zu tun. Auch befand sich dort nicht das Amüsier-Viertel der liebeshungrigen Seefahrer.

„Rote“ ist tatsächlich ein Überlieferungsfehler und leitet sich von „Rode / Rodung“ ab. Früher gelangte man hier durch das „Rode Tor“ zu einem Wald am südliche Stadtrand.

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Heute ist die Rote Straße eine belebt und beliebte Fußgängerzone mit vielen kleinen schmucken Läden und fünf ebenso entzückenden Höfen, durch die ich heute mit euch bummeln möchte.

Vom Südermarkt kommend biegen wir als erstes in den Roten Hof ein. In früheren Zeiten dienten Stallanlagen im hinteren Teil des Hofs als Ausspannquartier für die Pferde der Bauern und Handelsreisenden, die auf dem Südermarkt ihre Waren anboten.

Heute finden wir das gleichnamige Restaurant-Cafe in den ehemaligen Stallungen, das zu jeder Tageszeit einen Besuch lohnt. „Draußen wird nur unter den Schirmen bedient“ stand auf einer Tafel geschrieben und wir ergattern den letzten freien Tisch unter einem Sonnen-(Regen-) Schirm.

Die Bestellung eines „Kaffee-Schock“ am Nachbartisch erregte meine Neugier und wenig später probierte ich meinen ersten Café Choc, ein Espresso mit Schokolade und aufgeschäumter Milch.

Noch mehr Kaffee-Spezialitäten gibt es gleich um die Ecke im nächsten Hof.

Dem Duft von frisch gemahlenen Kaffees folgend biegen wir nur ein paar Schritte weiter in den Sonnenhof. Die Kaffeerösterei Tunger hat dort Ihren Sitz, der Hof wurde als Feng Shui Anlage gestaltet.

Hätte es nicht immer noch vom Himmel gepladdert, wären die kleinen Tischchen im Hof sicher gut besucht gewesen. So drängelte man sich im Café der Rösterei und wir zogen weiter in den Blumenhof.

Im Blumenhof bilden prächtige Beete und üppige Bepflanzungen einen ganz eigenen Kontrast zu den mächtigen Fassaden der Hofeinfassung.

Der Blumenhof wirkt sehr edel, die Auslagen des Nobelle-Shops, exklusive Dekorationen, unterstreichen diesen Eindruck.

Wir schlendern weiter und biegen in den Krusehof ein. Hier empfängt uns die Wiege der Höfe der Roten Straße und wohl auch einer der schönsten.

In der Mitte der 1970er Jahre hatte sich der Künstler Günther Kruse seines Hofes angenommen, ihn von allen Bausünden der Nachkriegszeit befreit und in liebevoller Kleinarbeit restauriert.

Kruse verwendete keine neuen Baustoffe, alles kam vom Abbruch oder Schrottplatz. Ihm ist ein idyllisches Kleinod gelungen und von der Widerbelebung des Krusehofes ausgehend die Belebung der gesamten Roten Straße.

Heute kann man im Krusehof in einer bezaubernden Weinstube diese besondere Atmosphäre erleben.

Jetzt bleibt noch der fünfte Hof und hier trifft Wein auf Rum und es schließt sich der Kreis.

Der Braaschhof, der genauer gesagt aus zwei hintereinanderliegenden Höfen besteht, ist nach dem Wein- und Rumhaus Braasch benannt. Im lauschigen, von rankendem Wein umrahmten Innenhof trifft man sich abseits vom Alltagstrubel auf ein Glas Wein.

Im zweiten der beiden Höfe befindet sich das Braasch Rum Manufaktur Museum. Dort wird die Geschichte vom Zucker, von den karibischen Inseln, Kolumbus und dem Flensburger Rum erzählt.

Dem Rum, den Frachtseglern, den reichen Flensburger Kaufleuten und den Höfen…

 

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