Lichter für den Blog

Schon im August hatte ich davon gelesen, von der Lichterwoche in Büsum. Die sollte irgendwann im Spätherbst stattfinden. Klar, wenn’s abends früh dunkel ist. Da würde ich hinfahren und ein paar schöne Bilder für einen Blogbeitrag machen.

Jetzt ist es abends früh dunkel und es fiel mir wieder ein. Büsum, die Lichterwoche. Wann genau war denn das? Schnell mal gegoogelt und was soll ich sagen, Sonntag war der letzte Tag. Also bin ich los, Sonntag um viertel nach Fünf, bei dichtem Nebel, nach Büsum gefahren.

Es hätte viele „gute“ Gründe gegeben, warum es überhaupt nicht schlimm ist, die Lichterwoche zu verpassen. Ohne diesen Blog hätte mich jeder einzelne überzeugt. Am Sonntagabend – nur um ne Stunde durch Büsum zu laufen? Im Dunkeln, bei Nebel…?

Aber ich bin los! Vor dem Büsumer Rathaus leuchteten Lichtskulpturen in wechselnden Farben. Von Weiß bis fast Blau. Die Bäume rechts und links wurden in einem warmen Gelb angestrahlt, in der Mitte des Platzes nahm der Springbrunnen das Farbenspiel der Figuren wieder auf. Dazwischen tummelten sich ne Menge Leute und knipsten um die Wette.

Wirklich schön fand ich die Stimmung am Hafen. Die Lichtinstallationen dort waren etwas dezenter, die Besucher dort auch deutlich weniger. Ich war noch nie im Dunkeln in Büsum am Hafen, musste ich feststellen. Wobei Hafen im Dunkeln doch immer besonders stimmungsvoll ist – wenn sich die vielen Lichter im Wasser spiegeln.

Mit Nebel dazu, der die Lichtstrahlen bis an die Wasseroberfläche trägt, entstand eine ganz besondere Atmosphäre. Wie aus einem alten Piratenfilm, verrucht und geheimnisvoll.

Auf dem Weg nach Hause, zurück durch den Nebel, war ich voller Eindrücke und glücklich darüber, es mir angeschaut zu haben, das Lichterspiel in Büsum. Mein Blog hatte mich dazu motiviert, ohne den Block hätte ich mir diese Veranstaltung sicher geschenkt.

Fast ein Jahr bin ich nun schon dabei, 50 Beiträge habe ich geschrieben und jeder einzelne hat richtig viel Spaß gemacht! Ne Menge Fotos sind entstanden, viele Gedanken in Worte gefasst, viele Ideen umgesetzt und noch so viele im Kopf!

So ein Blog ist wie ein kleiner Motor, er motiviert und inspiriert. Ich freu‘ mich schon aufs zweite Jahr!

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Rundgang durch Tönning

„Heute machen wir was Nettes“ schlage ich gerne mal vor wenn Haus- und Gartenarbeit warten können, die Sonne scheint und ich Lust auf einen Ausflug habe. Oft geht es dann nach Tönning, das kleine Hafenstädtchen auf Eiderstedt.

Tönning ist für mich das perfekte Ziel für einen Sonntagnachmittags-Rundgang. Spaziergänge an der Küste bestehen meist aus Hin- und Rück-Tour; man läuft den Deich entlang, entscheidet irgendwann umzudrehen und zurückzulaufen, oder den Strand entlang und wieder zurück oder ins Watt hinaus und wieder zurück.

Ein Rundgang hat eine vorgegebene Länge, man braucht sich nicht entscheiden (und auch nicht mit anderen einigen) wann es Zeit wird umzudrehen. Das empfinde ich manchmal als sehr entspannend.


Mit Tönning verbinde ich Giebelhäuser und Rosenstöcke und natürlich den Hafen. Der Einfluss der Holländer auf den Baustil ist nicht zu übersehen. In Tönning finden sich viele alte Häuser mit den so typischen Treppengiebeln, die man eher aus Amsterdam kennt.


Passend zu den historischen Giebeln schmücken sich viele Häuser mit aufwendig geschnitzten Türen und liebevoll dekorierten Eingängen; meist mit einer Bank davor. Die Vorgärten der kleinen Stadthäuser beschränken sich auf gerade so viel Platz, dass ein Rosenstämmchen gepflanzt werden kann.


Viele Häuser haben statt Vorgarten einen kleinen Hof hinter dem Haus, so im Patio-Stil. Diese Innenhöfe sind natürlich nicht einsehbar, beflügeln meine Fantasie aber immer wieder auf’s Neue. Ich bin ein absoluter Innenhof- und Dachterrassen-Fan! Ja, ja, man begehrt immer das, was man nicht hat…

Zurück nach Tönning und in den Hafen. Der Tönninger Hafen liegt an der Eider und war sehr bedeutend als es den Nord-Ostseekanal noch nicht gab. Zu jener Zeit konnte man über die Eider und den Eider-Kanal (zwischen Rendsburg und Kiel) den Weg in die Ostsee abkürzen. Das alte Packhaus am Hafen stammt aus jener Zeit.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens finden wir wieder die schmucken Häuschen mit Ihren Stammrosen-Vorgärten, viele noch privat bewohnt, andere beherbergen die Kunst oder Gastronomie.

Eines der schönsten Häuser am Hafen ist das Hotel Godewind. Der Kaffeegarten ist so liebevoll gestaltet wir die kleinen Fischerstuben des Restaurants; hier kann man vorzüglich Essen und urgemütlich Sitzen.

Auch am Hafen ziert dieses Schild eines der alten Häuser.  Der Spruch „Et gah uns wol up onse olen Dage“ ist nicht etwa das Motto eines ehemaligen Seemannsheimes sondern ging als Trinkspruch (auf die Gesundheit) in die Eiderstedter Geschichte ein. „Es gehe uns wohl auf unsere alten Tage“ – ja, genau so soll es sein!