Förde-Steig – von Solitüde nach Glücksburg bei Sonnenschein

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Nach zwei Tagen Regen in Flensburg weckte die Sonne den Sonntagmorgen. Das perfekte Wetter für den geplanten zweiten Abschnitt des Förde-Steigs von Glücksburg nach Solitüde. Und wieder kam es anders als gedacht.

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Nach dem Einpacken und Auschecken und einem üppigen Frühstücks-Büffet im „Café Extrablatt“, so ganz in Ruhe, sahen wir am Busbahnhof nur die Rücklichter des Linienbusses nach Glücksburg.  Man hätte wohl doch vorher auf den Plan schauen sollen…

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Sonntags fährt der Bus nur alle 2 Stunden und war daher auch für eine Rückfahrt eher ungünstig. Also nahmen wir das Auto nach Solitüde und würden uns dann in Glücksburg ein Taxi zurück genehmigen. Soviel zur Planung.

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In Solitüde erwartete uns eine im Sonnenlicht glitzernde Förde. Die immer grösser werdenden Wolkenlücken spiegelten sich hellblau auf der leicht gekräuselten Wasseroberfläche. Welch heiterer Anblick nach all dem Grau der letzten Tage.

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Der Förde-Steig läuft auf diesem Abschnitt meist bewaldet oben auf dem Fördehang. Nach jeder Biegung wird ein neuer Blick auf’s Wasser und das gegenüberliegende dänische Ufer der Förde frei.

Die Sonne und der leichte Wind lockten viele Segler aus den Häfen. Die weißen Segel leuchteten im satten Blau. Dieser Sonntag im September wird wohl einer der letzten Tage des Jahres gewesen sein, der Seglerherzen glücklich macht.

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Im Forst Wille, etwas nach zwei Dritteln des Weges, verlässt der Steig die direkte Nähe zum Ufer und führt hinauf in den Wald um sich dann wieder hinunter in die Quellentaler Bucht zu schlängeln.

Ganz plötzlich gibt der Wald den Blick auf das Masten-Meer des dortigen Yachthafen Quellentals frei. Idyllisch eingebettet schiegt sich der Hafen an den Fördehang. Nicht umsonst ist dieser mehrfach als der „schönste Naturhafen Deutschlands“  ausgezeichnet worden.

Vom Yachthafen aus führt der Weg auf Wasserhöhe um die Bucht bis zur Strandpromenade Sandwig, dem Glücksburger Strand.

Schon von weitem leuchtet das weiße Strandhotel, auch „Weißes Schloss am Meer“ genannt, uns entgegen. In dem einst sehr mondänen Haus hatte schon Kaiser Wilhelm II logiert und gespeist.

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Ich hatte dort vor sehr vielen Jahren eine blaue Cordhose (Cord ! So lange ist das her) bei der Abreise im Schrank vergessen. Dieses Missgeschick werde ich wohl für immer mit dem Strandhotel in Verbindung bringen…

Wer mal einen Blick ins Strandhotel werfen möchte, kann bei Stefanie von In der Naehe bleiben schauen, Sie hat gerade dort logiert.

Wir kehrten diesmal nicht ganz so kaiserlich ein, genossen einen leckeren Eisbecher  im Strandbistro Sandwig, ganz ohne WLAN, dafür mit Meerblick, bis es mit dem Taxi zurück nach Solitüde ging.

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Förde-Steig – von Flensburg nach Solitüde im Regen

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Unser verpatzter Helgoland-Trip führte uns, wie schon berichtet, nach Flensburg und da wir ja nun den Rundweg übers Oberland nicht laufen konnten, war eine Alternative nötig. Ein schöner, ausgiebiger Spaziergang an der Förde entlang.

Wir entschieden uns für ein Stückchen des Fördesteig, ein ca. 90 km langer, ausgeschildeter Wanderweg von der dänischen Grenze bis nach Kappeln.

Aber wie es meist mit Wegen am Wasser ist, sie sind selten Rundwege und man muss den gleichen Weg zurück. Den gleichen Weg zurück, das verkürzt die Strecke ja mindestens um die Hälfte.

Ein Blick in den Busfahrplan Flensburgs versprach uns jedoch eine Bus-Rückfahrt von Solitüde zum ZOB. Das war ein guter Plan.

Der Wettergott meinte es immer noch nicht gut mit uns, bei dunklen Wolken und Dauerregen starteten wir von der Hafenspitze Flensburgs die Tour an der Förde entlang. Tristes, dunkles Grau hüllte das Hafenufer und ein paar einsame Boote auf dem Wasser in eine trostlose Kulisse.

Direkt in Flensburg war der Fördesteig nicht besonders attraktiv. Lag das nun am Dauerregen oder an dem Umstand, dass wir einmal falsch abbogen und durch den Industriehafen stiefeln mussten?

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Nach einer gefühlten, feuchten Ewigkeit erreichten wir die Marina „Sonwik“. Auch hier das gleiche Bild, grau und nass.

Während wir im Marina-Restaurant „Odore del Mare“ bei einem profanen Flens (das passte ganz wunderbar zu unserem durchweichten Outfit) abtrockneten, speiste am Nachbartisch ein Seglerpaar zu Mittag.

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Bei herüberduftenden italienischen Nudeln, knackigem Salat und einer gepflegten Flasche Weißwein philosophierte man über das Wetter. Irgendwie kam in mir das Gefühl auf, etwas falsch gemacht zu haben…

Im Hafenbecken begann ein noch nasseres Schauspiel, die Vorführung einer Rettungsinsel. Gut zu wissen wie das geht, aber sicher kein Spass und hoffentlich nie notwendig! Halbtrocken und froh machten wir uns wieder auf unseren Weg.

Am Ende des Hafens, gleich neben der Mole Sonwik, kamen wir an den sogenannten „Wasserhäusern“ vorbei.

Hier also gab es die perfekte Erfüllung all meiner Sehnsüchte. Ein Haus am Wasser, was sag‘ ich, auf dem Wasser, mit einem Bootssteg vor der Tür, mit Balkon und Dachterrasse.

Sollte es jemals wieder aufhören zu regnen, stellte ich mir den Ausblick von da oben, gemütlich im Liegestuhl sitzend, traumhaft vor.

Leises, eintöniges Wanten-Klappern im Ohr, ein Glas Wein in der Hand und die tief stehende Sonne spiegelt sich auf der glitzernden Förde. Weiße Segel leuchten im blauen Wasser… Dicke Regentropfen rissen mich aus meiner Träumerei.

Der weitere Fördesteig führte uns nun immer direkt am Wasser entlang und bot schöne Ausblicke auf die Förde. Bunte Fischerhütten säumten den Uferweg und in der Ferne tauchte irgendwann der kleine Strand von Solitiüde auf.

In Solitüde angekommen war es bestimmt schon eine halbe Stunde trocken und als wir in den Bus zurück nach Flensburg stiegen, lugten die ersten Sonnenstrahlen durch die langsam aufreißende Wolkendecke.

Zurück am Ausgangspunkt, der Flensburger Hafenspitze, genossen wir die ersten und auch letzten Sonnenstrahlen des Tages.

„Und morgen fahren wir mit dem Bus nach Glücksburg (!), laufen von dort eine weitere Etappe des Fördesteig zurück bis Solitüde.“

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Das war auch ein guter Plan, denn am folgenden Tag sollte es warm und sonnig werden. Das wir das noch erleben durften…