SnapShots – Säbelschnäbler

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Jeder, der schon mal im Watt an der Nordsee war, hat sicher auch schon mal einen auffälligen, schwarz-weißen Watvogel mit extrem langen, hellblauen Beinen und einem langen, dünnen, nach oben gebogenen Schnabel gesehen. Der Säbelschnäbler gehört ins Watt wie die Möwen ans Meer.

Jedes Jahr brüten große Säbelschnäbler-Kolonien in den Schutzgebieten der Eidermündung.

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Mitte März treffen diese eleganten und so markanten Vögel von Ihrem Winterurlaub an der Atlantikküste bei uns ein. Hier nisten Sie in der Nähe von seichtem Wasser, an der Eider, im Oldensworter Vorland und auf den Salzwiesen des Wattenmeeres.

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Es gibt sogar einzelne Brutpaare, die im Dithmarscher Eidervorland (z.B. in Karolinenkoog) auf Kartoffel- oder Rübenfelder ausweichen. Meist ist dann Ihr erstes Gelege von Hochwasser zerstört worden.

Die gerade geschlüpften Winzlinge auf Stelzen müssen, nur wenige Stunden alt, mit den Altvögeln zurück an die Eider marschieren. Auf einem Kartoffelacker würden die Kleinen verhungern.

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Aber vor der Pflicht der Aufzucht stand das Vergnügen der Paarung und ich hatte mal wieder das Glück, eine schöne Szene einfangen zu können. Den Monolog habe ich Ihnen in den Schnabel gelegt.

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„Na, meine Schöne, wie wär’s mit uns?“

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„Nun schau doch mal. Hallo….!“

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„Nicht so schüchtern, meine Schöne!“

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„Ach bitte, erhör mich doch!“

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“……”

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SnapShots – Graugänse

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Mal schnatternd über das Wasser gleitend, mal „unerlaubterweise“ mitten im Winterweizen, mal entspannt vor sich hin watschelnd oder ganz elegant hoch oben in den Lüften. Die Graugans ist zurzeit vielerorts zu beobachten, besonders gut auf Eiderstedt, in den Schutzgebieten der Eidermündung.

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Im Mündungsbereich der Eider ist die Graugans, anders als auf den frischen, grünen Äckern der Landwirte, willkommen. Hier bietet der Naturschutz große, wasserreiche Grünflächen, auf denen sie ungestört fressen und brüten kann. Man schätzt, dass sich jährlich um die 200 Graugänse in den Schutzgebieten der Eider zum Brüten einfinden.

Graugänse sind die wilden Vorfahren der domestizierten Hausgänse und haben somit den ganz großen Vorteil, an Weihnachten nicht in der Röhre zu landen. Vielmehr verbringen sie die Weihnachtszeit am Mittelmeer (obwohl immer mehr Gänse auch winters bleiben – die milden Winter und die intensivierte Landwirtschaft bietet Ihnen ausreichend Nahrung).

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Von den Gänsen geht eine Faszination aus, die sicher nicht nur dem kleinen Nils Holgersson geschuldet ist, der in Selma Lagerlöfs Erzählung auf dem Rücken der Graugans Martin durch ganz Schweden reiste.

Ein ziehender Gänseschwarm weckt eine ganz eigentümliche Sehnsucht und nicht selten schaut man ihnen bis zum letzten hörbaren Schrei und letzten sichtbaren Flügelschlag ergriffen nach.

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Gänsezug
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

Die erste Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: „Seht, ich führe!“
Die letzte Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: „Seht, ich leite!“

Und jede Gans im Gänsezug,
Sie denkt: „Dass ich mich breite
so selbstbewusst, das kommt daher,
weil ich, ein unumschränkter Herr,
den Weg mir wähl nach eignem Sinn,
all meiner Schritte Schreiter bin
und meine Freiheit spüre!“

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Und der diesjährigen Graugans-Nachwuchs ist auch schon flügge, schwimmt eifrig zwischen Mama und Papa seine ersten Übungsrunden.

Vom Graugans-Kindergarten beim nächsten Mal mehr…