Watt-gewandert

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In diesem Sommer habe ich, man mag es kaum glauben, meine erste geführte Wattwanderung mitgemacht – nach so vielen Jahren, in denen ich Gästen das  Wattwandern ans Herz gelegt habe. Und was soll ich sagen, es hat tatsächlich sehr viel Spaß gemacht!

Watt-gewandert bin ich von Büsumer-Deichhausen aus. Für alle „nicht-wirklich-Büsum-Fans“: Büsumer-Deichhausen liegt gleich links (als Autofahrer gesehen) neben Büsum und hat so nichts von dem, was man in Büsum nicht mag. Deichhausen ist eine niedliche, kleine Gemeinde direkt hinterm Deich.

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Treffpunkt für die Wattwanderung war die Infotafel am Strandhaus und dort gab es sogleich Erstaunliches zu erfahren. Noch vor 10.000 Jahren konnte man von dort nach England laufen, da lag der Meeresspiegel ca. 60 Meter unter dem heutigen Niveau.

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Noch ein paar allgemeine Verhaltensregeln für’s Laufen im Watt und schon ging es los. Erwartungsvoll und frohen Mutes den Deich hinunter, nicht ahnend, dass die erste Herausforderung unmittelbar bevorsteht.

Nachdem der hintere Teil der Gruppe noch an der Deichtreppe diskutierte, ob man seine Schuhe dort wirklich stehen lassen kann, quiekt es von unten bereits recht laut: „Iiii – igittigitt!“

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Die grün-schwarze, knöcheltiefe Pampe verlangt dem ein oder anderen echtes „Zähne-zusammenbeißen“ ab. Wie die Störche staksten sie durch den (Algen-)Salat. Unser Wattführer kannte jedoch keine Gnade: „Da müsst Ihr durch, das ist nicht schlimm…“

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Und er erklärte uns sogleich, dass man dieses grüne Zeug auch essen kann. Es soll sehr gesund sein, probieren wollte es aber keiner. Werden Algen in einer Sushi-Bar angeboten, geben wir viel Geld dafür aus und finden sie lecker. Na ja…

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„Seht ihr die kleinen schwarzen Pünktchen auf dem Wattboden?“ Sieh aus wie kleine Kiesel, fühlt sich auch so an, sind aber Wattschnecken. Diese Winzlinge sind die schnellsten Schnecken der Welt. Sie lassen sich in einer kleinen Luftblase oder auf einem Schleimteppich mit der Meeresströmung treiben.


Während unser Wattführer uns noch über die ausgesprochen clever angelegte Wattwurm-Wohnung, den richtigen Griff um einen Krebs verletzungsfrei festzuhalten und über die Herzmuscheln, die sich mit einem kleinen Füßchen wieder in den Wattboden einbuddeln können, aufklärte, machten sich einige Watt-Erkunder schon mal auf ihren eigenen Weg.

Ist doch viel spannender, so selbst zu entdecken.

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Und da war auch noch der Hund, dem das Rumstehen zu anstrengend wurde und der sich diese seltsamen Geschichten aus einer deutlich gemütlicheren Position anhörte.

Auf meine Frage an die Besitzer, wie sie denn ihren Hund wieder sauber bekommen wollen (wird er duschen -?- in der FeWo womöglich -??- ja, solche Sorgen macht man sich als Vermieter…) hatten sie noch keine schlüssige Antwort.

Aber dann ließ sich der Watten-Hund tatsächlich in einem Priel waschen und sah danach schon wieder recht passabel aus.

„Der Rest wird trocknen und rieselt dann raus.“ Na dann…