Schnittlauch

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Maren vom Blog Von Orten und Menschen  inspirierte mich zu diesem Beitrag über dem Lavendel des Nordes, den Schnittlauch. Dass es im Süden Hamburgs tatsächlich Schnittlauchfelder gibt, die so violett leuchten wie der Lavendel in Südfrankreich, war auch mir nicht bekannt. Dass diese, wunderbar leuchtenden Schnittlauchblüten ganz herrlich frisch nach Schnittlauch schmecken, schon.

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Wem der Schnittlauch mal ins Kraut geschossen ist – wie Maren so schön formulierte – der zupft die Blütenbällchen auseinander und streut sich die violetten Teilchen aufs Quarkbrot oder über den Salat. Das sieht toll aus und schmeckt fast noch besser als der grüne Schnittlauch.

Aber auch die grünen Stängel sind etwas Feines. Ich habe zwei Salatrezepte, die Schnittlauch-Fans so richtig schön in Schnittlauch schwelgen lassen. Denn Schnittlauch schmeckt nicht nur auf Rührei…

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Ein ganz herrliches Rezept für heiße Tage, schnell gemacht, gut vorzubereiten und unheimlich lecker:

Blumenkohlsalat

1 Blumenkohl

1 bis 2 Päckchen Katenschinkenwürfel (a 200g)

500 ml Jogurt-Soße (ich nehme Sylter Soße)

Ganz viel Schnittlauch

Den Blumenkohl in Salzwasser kochen, abkühlen lassen, in kleine Stückchen schneiden und in eine Schüssel geben. Die Katenschinkenwürfel über dem Blumenkohl verteilen und die Jogurt-Soße über den Schinken gießen. Die Schüssel etwas schütteln, damit die Soße schön zwischen den Blumenkohl läuft (es wird geschüttelt, nicht gerührt!).

Auf die Soßenschicht so viel Schnittlauch verteilen, bis man keine Soße mehr sieht. Den Salat kalt stellen und auch schön kalt genießen. Wir essen diesen Salat als Hauptgericht.

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Vielleicht  eine gewagte Kombination aber auch überraschend lecker ist dieser Salat:

Tomaten – Bananen – Salat

 4 Tomaten auf 1 Banane

Vinaigrette aus Balsamico, Öl, Salz, Pfeffer

Schnittlauch

grober Pfeffer aus der Mühle

Die Tomaten in Scheiben schneiden und mit der Vinaigrette vermischen. Durchziehen lassen. Kurz vor dem Verzehr die Bananen in Scheiben schneiden und mit den Schnittlauchröllchen unter die Tomaten heben. Noch mal kurz ziehen lassen. Etwas groben Pfeffer aus der Mühle drübermahlen. Dieser Salat ist toll zum Grillen oder einfach nur mal so.

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Ich wurde mal gefragt, was ich mit meinem Schnittlauch mache, damit er so schöne dicke Stängel bekommt. Das ist der gute Marschboden, da war ich mir sicher.

Hier sollte jetzt ein Foto vom Terrassen-Schnittlauch erscheinen,
aber da war jemand schneller und hat ihn weggehäckselt.

Später fiel mir auf, dass Schnittlauch in gleicher Dicke auch aus den Fugen meiner Terrasse wächst und da ist nur Kies drunter. Dann wird‘s wohl eher die gute Nordsee-Luft sein…?!

 

 

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Proudly presented

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Im Februar 2015 hatte ich das erste Angebot eingeholt. Ein Angebot für neue Fenster, eine Balkon-Tür, den Rückbau eines nur 30 cm tiefen, komplett nutzlosen, zweiten Balkons und eine Abtrennung zwischen Wohn- und Schlafraum. Für meine Ferienwohnung auf Nordstrand. Wohn- und Schlafzimmer wurden bis dahin von einer braunen 70iger Jahre Falttür (ja, wirklich…) getrennt.

Bevor die neue Abtrennung eingebaut werden konnte, musste ein neuer Fußboden rein. Und bevor der neue Fußboden verlegt werden konnte, musste der unsinnige Balkon weg. Fazit, es musste eigentlich alles neu. Aber mit ein paar fixen Handwerkern und etwas Eigenleistung sollte das bis Pfingsten zu schaffen sein. Der Plan war gut!

Als erstes sprang uns der Fußboden-Verleger ab. Macht nix, kriegen wir auch selbst hin. Dann wollte der Balkon nicht weichen, nicht weil der Balkon am Balkondasein hing, nein, weil der Handwerker Wichtigeres zu tun hatte.

Eigenleistung in einem Nordsee-Kurzentrum-Mehr-Appartement-Haus erwies sich auch als fast unmöglich. Am Wochenende wünscht man Ruhe, in der Mittagszeit sowieso. Denn man ist ja schließlich angereist, um Ruhe vorzufinden!

Pfingsten 2015 stellte sich die Situation so dar: Fenster und Balkontür waren eingebaut, der unsinnige zweite Balkon hatte sich in ein 20cm tiefes Loch im Schlafzimmerboden verwandelt und der schöne, neue Fußboden in Eiche-hell lag genau so weit, dass die Abtrennung gebaut werden konnte. Reichlich genervt und ausgesprochen frustriert entschied ich mich für Baustopp. Die Saison war im Eimer.

Frisch motiviert ging‘s 2016 weiter. Loch zu, Fußboden zu Ende verlegt, die ehemaligen Balkon-Seiten verkleidet, Wände gestrichen, Möbel angeschleppt. Dann die nächste folgenschwere Entscheidung. Das Bad geht auch nicht mehr. Ein Angebot fürs Entsorgen der Badewanne und den Einbau einer Dusche eingeholt. Fliesen verlegen können wir selbst. Meine Güte, wie lange man an so einer kleinen Badestube „rumfliesen“ kann…

Aber nun – „long story short“ – sind wir so gut wie fertig und ganz schön stolz. Ab Ende Juni können wieder Gäste kommen.

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Letzte Woche traf ich unseren Elektriker im Baumarkt (wo auch sonst?):

„Na, wie geht’s?“.
„Gut so weit, viel zu tun, wir renovieren gerade…“.
Er grinste breit: „Ihr könnt auch nicht ohne…!?“.

Da mag er Recht haben. Das nächste Projekt entsteht gerade in meinem Kopf; der Mann in meinem Haus weiß noch nichts davon…

Blog-Geburtstag mit Torte

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Mein Blog hat seinen ersten Geburtstag (!) und ich könnte Euch jetzt voller Stolz meine Statistiken der 50 Beiträge, der 3000+ Klicks, der fast 300 Likes und 770 Besuchern aus 18 Ländern präsentieren. Findet Ihr langweilig? Na gut.

Aber was wäre so ein Geburtstag ohne eine richtig leckere Geburtstagstorte? Also gibt es als Alternative meine Lieblings-Winter-Apfel-Whiskey Torte.

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„Torte kann ich nicht“, habe ich lange gedacht. Meine ersten Versuche waren auch nicht sehr ermutigend. Der erste Boden blieb flach wie ’ne Flunder, der zweite sah aus wie ein Maulwurfshügel. Danach gab’s lange Zeit nur Topfkuchen.

Bis ich irgendwann mal auf das Tortenbodenrezept schlechthin gestoßen bin. Ohne viel Schisslaweng, ohne Eischnee und Gedöns und ohne die Küche in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Aber mit Geling-Garantie!

Mein 100 g-Tortenboden:

100 g flüssige Butter (wirklich flüssig – nicht nur weich) mit 100 g Zucker schaumig rühren.
Dann 3 Eier unterrühren.

100 g Mehl mit einem Päckchen Backpulver (ja, ein ganzes Päckchen) und einer Prise Salz unterrühren.
100 g gemahlene Mandeln unterrühren.

Für die Blog Geburtstags-Apfel-Whiskey Torte kommen noch 3 Esslöffel Schokostreusel und 3 bis 4 gewürfelte Äpfel in den Teig.

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Den Teig in eine gebutterte (geht gut mit einem Stück Butter, dass man mit einem Stück Küchenrolle verreibt) und mit Mehl ausgestäubte Tortenringform (26 cm) füllen, glattstreichen und bei 175 Grad gute 30 (ohne Äpfel nur knappe 25) Minuten backen (Ober- und Unterhitze).

Nach dem Auskühlen träufle ich ein Schnapsgläschen Whiskey-Likör über den Boden. Dann 400 ml Sahne mit 2 Päckchen Vanillezucker, einmal Sahnesteif und einem Teelöffel Zimt gut steif schlagen und schön „fluffig“ auf dem Kuchen verteilen.

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So, nun werde ich mir ein schönes, großes Stück aus der Blog Geburtstags- Apfel-Whiskey Torte schneiden, eine Kerze anzünden und ein bischen Geburtstag feiern (allem Terror in dieser Welt zum Trotz!).

Dithmarscher Kohltage

Der Kohlanbau gehört zu Dithmarschen wie das Salz in die Nordseeluft. Das liegt an dem guten Marschboden hier bei uns. Der Marschboden eignet sich besonders gut für Kohlanbau und so kann man zurzeit weitläufige Kohlfelder in den Dithmarscher Marschgebieten bestaunen.

Auch wenn der Kohl deutlich überwiegt, wird in der Marsch auch viel Gemüse angebaut. Felder von Möhren, Kohlrabi, Sellerie, Rote Beete, Porree oder Erbsen. Besonders die Erbsenfelder hatten mich, als ich nach Dithmarschen kam, fasziniert. Erbsenanbau kannte ich natürlich aus „Opa’s Garten“ – so zwei Reihen – ein ganzes Feld voller Erbsen hatte ich noch nicht gesehen.

Aber nicht nur der Boden macht die Marsch zur Gemüsekammer, auch die Nähe zur Nordsee ist beim Kohl- und Gemüseanbau hilfreich. Der fast nie versiegende, frische Nordseewind vertreibt die „Schädlinge“, die sich sonst so gerne an unserem Gemüse bedienen. Und irgendwie schmeckt das frische „Marschgemüse“ auch besonders intensiv (oder bilde ich mir das nur ein…?).

Der Kohlanschnitt, offizieller Begin der Kohlernte, wird seit Jahren im Rahmen der Dithmarscher Kohltage gefeiert und dann dreht sich alles um den Kohl – vor allem kulinarisch. Für einge ist Kohl ja immer noch das „übelriechende“ Armeleute-Essen; wie lecker Kohl jedoch daherkommen kann, lässt sich während der Kohltage in vielen teilnehmenden Gaststätten erfahren.

Mein Kohl-Favorit ist der Dithmarscher Kohlpudding. Traditionell in einer (Kohl-)Pudding-Form im Wasserbad zubereitet, kann man ihn aber auch in einer runden Auflaufform mit Deckel machen. Kohlpudding erinnert geschmacklich sehr an Kohlrouladen, ist aber deutlich simpler zu realisieren. Man spart das Blanchieren der Kohlkopfs (der sowieso in keinen Topf passt…) und das Wickeln.

Meinen Kohlpudding mache ich so:

Einen schönen Weißkohl-Kopf in dreieckige Stücke schneiden und in Salzwasser etwas weich kochen.

Das Hack (gute 800g) wie gewohnt (mit Ei, Salz, Pfeffer, Semmel, usw.…) anmachen.

Die Kohlblätter und das fertige Hack abwechselnd in eine Auflaufform (mit Deckel) schichten und bei 200 Grad ’ne Stunde in den Ofen. Dann nochmal ’ne halbe Stunde bei 180 Grad ohne Deckel weitergaren.

Aus dem Kohlwasser, etwas Speck, Zwiebeln und kleinen Kohlstückchen eine Soße „zaubern“.

Das ist lecker und gesund!

Der gesunde Kohl ist im Kohlosseums (Kohl-Museum, Krautwerksatt und Bauernmarkt im historischen Gebäude der alten Sauerkrautfabrik in Wesselburen) Programm. Neben Bio-Natursauerkraut und Sauerkrautsaft – alles in Handarbeit hergestellt – gibt es, man darf staunen, auch Kohl-Salbe und Kohl-Shampoo.

Und auf dem Meldorfer Kohlmarkt habe ich sogar einen Stand mit Rotkohl-Eis gesehen, es aber nicht probiert, muss ich gestehen. Das war mir dann doch zu gewagt…

Wer die Kohltage in diesem Jahr verpasst hat, darf sich auf die 30. Dithmarscher Kohltage vom 20. bis 25. September in 2016 freuen.

Was fürs Herz

Herbstzeit ist auch Erntezeit. Ich freue mich immer besonders auf die Zeit, wenn die Weißdorn-Beeren gepflückt werden können. Mit den Beeren des Weißdorns setze ich Schnaps an.

Aus der üppigen Blüte im Juni sind jetzt über ‘n Sommer herrlich rote Beeren gereift. Diese Beeren sind mindestens so dekorativ wie die schönen, weißen Blüten es waren. Und der Weißdorn kann noch mehr, er ist ausgesprochen gesund für das Herz.

Man kann aus Blüten, Blättern oder Beeren einen Tee herstellen oder die Beeren mit Alkohol zu Tropfen, Likör oder Schnaps verarbeiten.

Neben dem Weißdorn habe ich auch einen echten Rotdorn im Garten. Die rote Farbe und die gefüllten Blüten wurden extra gezüchtet. Anders als seine weißen Eltern bildet der Rotdorn nur sehr wenig Beeren aus. Er vermehrt sich auch nicht von selbst im Garten (hier haben wir es wieder, das Problem der gefüllten Blüten); kleine Weißdorn-Sprösslinge finde ich überall.

Meinen Weißdorn-Schnaps setze ich so an:

Weißdorn-Beeren pflücken, von den Stielchen befreien und waschen.

Dann kommen 10 Esslöffel Beeren und 70 g brauner Kandis auf einen Liter Wodka.
Den Ansatz gute sechs Wochen stehen lassen, ab und an mal durchschütteln und dann durch ein Sieb abseihen.

Der fertige Schnaps kann gerne noch ein Jahr in der Flasche reifen, am besten dunkel und kühl. Bei uns schafft er seine Reifezeit aber so gut wie nie; viel zu oft heißt es „Nehmen wir noch was fürs Herz?“.

Geburtstagsgeschenk

Der ACE (Auto Club Europa – für alle die nur den ADAC kennen) hat Geburtstag. Na und (?)  werdet Ihr Euch wahrscheinlich fragen. Diese Aussage an sich ist auch wirklich nicht besonders spannend, aber das ACE Marketing Team hat sich dazu eine witzige Werbeaktion ausgedacht. Diese Werbeaktion hat sofort meine kreative Ader angesprochen.

Ein Ratespiel „a la Jauch“ und eine der möglichen Antworten ist „Häkelrolle für Hutablage“, gleich mit Foto von so einem schmucken Teil. Das ist Retro pur! Da ich generell viel lieber häkle als stricke (aber leider haben fast alle Häkelsachen so einen Retro-Klorollenüberzug-Touch) hab‘ ich mich sofort an’s Werk gemacht. Frei nach dem Foto (ich gehe mal davon aus, dass hier kein Bedarf an einer Häkelanleitung besteht ) und da ist sie nun in Ihrer Pracht.

Auf jeden Fall hatte ich eine Menge Spaß beim Entstehen des Schmuckstückes, aber was mache ich nun mit diesem Teil? In mein Auto kommt sie nicht! Na ja, es ist ja ein Geburtstagsgeschenk… für den ACE… oder habe ich da was falsch verstanden?

Nein, habe ich nicht:

Strandgut

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In der Nacht zu Sonnabend brachte uns das Sturmtief „Lina“ mit etwa zwei Meter über dem normalen Hochwasser die erste Sturmflut des neuen Jahres. Die Strände von St. Peter meldeten „Land unter“, am Eidersperrwerk schwappte die Nordsee den Deich hinauf und hatte sicher wieder jeder Menge Strandgut im Gepäck. Da sich die Wetterlage am Sonntag beruhigte und sogar die Sonne schien, habe ich mich gespannt auf die Suche gemacht. Mindestens ein schönes Stück pro Strandlauf ist dann mein Ziel.

Fund Und auch diesmal habe ich es gefunden. Ein rotes, kegelförmiges Stück Holz mit einer Eisenschlaufe. Es sieht aus wie ein hölzerner Fender.

Die meisten früheren Strandgutfunde habe ich in Teelichthalter umfunktioniert. Das Holz wird zunächst getrocknet, dann geschliffen und die Löcher für die Teelichter gefräst.

Es macht Freude beim Schleifen die natürliche Maserung herauszuarbeiten und es fühlt sich gut an über die entstandenen, glatten Flächen und Riffel zu streichen. Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter, unterschiedlich hartes Holz und auch eine unterschiedliche Färbung. Das Schleifen ist wie Meditation, man konzentriert sich ganz auf das Material und die Form, vergisst Raum und Zeit.

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Erst wenn man aussieht wie in Puder getaucht und die Handgelenke anfangen zu schmerzen kehr die Realität zurück. Und selbst dann kann ich oft schwer aufhören.

Was aus meinem roten Kegel mal werden soll, weiß ich noch nicht. Für ein Teelicht ist er eher ungeeignet. Aber hat er nicht auch so einen gewissen maritimen „Shabby-Scharm“?