St. Peter Ordings Westküstenpark – die Störche lieben ihn

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Noch ein Frühlingsthema: die Störche sind wieder da, haben sich auf ihren Horsten niedergelassen, Eier gelegt, gebrütet und die ersten Jungstörche sind auch schon geschlüpft.

Eine der größten freilebenden Storchenkolonie gibt es im Westküstenpark in St. Peter Ording. Bis zu 40 Paare finden sich dort ein.

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Grundsätzlich bin ich ja nicht (mehr) so der Freund von Tierparks oder Zooanlagen. Ich finde mittlerweile, dass Tiere in ihrer natürlichen Umgebung belassen werden sollten. Aber es gibt natürlich auch jede Menge Argumente für artgerecht geführte Tierparks.

Tiere im Tierpark können durchaus als Botschafter ihrer bedrohten Art gesehen werden und zu ihrer Erhaltung beitragen. Das es nirgendwo leichter ist, wilde Tiere vor die Kamera zu bekommen, ist ein durchaus attraktiver Nebeneffekt.

Bedenken hin oder her, ich bin letztes Jahr Anfang August auf „Fotosafari“ gegangen.

Viele der Storchenpaare kommen zum Brüten in den Westküstenpark. Der Nachwuchs muss fast drei Monate umsorgt werden, bis er ohne seine Eltern zurechtkommt. Die Jungvögel werden im Park beringt und fliegen Ende August/Anfang September Richtung Süden in ihre Winterquartiere.

Rund ein Dutzend Paare aus ganz Schleswig-Holstein überwintern sogar im Park.

Was wiederum die Störche an dem Park so attraktiv finden, liegt auf der Hand, oder besser, in den Holzboxen. Dort werden 2 x täglich Eimer voller „Storchenfutter“ hineingestellt.

Der hungrige Storch muss also nicht über Wiesen und um Tümpel staksten, um sich seine Nahrung aufwendig zu sammeln. Er bedient sich ganz bequem am Büffet.

Und auch hier bin ich mir nicht sicher, wie ich das finden soll. Lernen die Jungstörche sich selbst zu versorgen? Oder verlernen die Alttiere es vielleicht sogar?

Aber es ist auch eine Tatsache, dass Störche in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gegenden und der damit verbundenen Trockenlegung von Feuchtgebieten, kaum noch Nahrung finden und schon seit Jahrzehnten weniger werden. Wie so viele andere Tierarten ist auch der Storch auf die Mithilfe des Menschen angewiesen.

Es brüten zurzeit 280 Paare in ganz Schleswig Holstein, 2005 lag der niedrigste Stand bei 170 Horstpaaren und vor 50 Jahren waren es noch 580 Paare (Quelle). Der Bestand erholt sich glücklicherweise.

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Noch recht flauschig schaut dieser Jungstorch in die Welt, der Schnabel hat schon seine typische rote Färbung und er ist wohlgenährt.

Und vielleicht ist er ja in diesem Jahr wohlbehalten nach St. Peter Ording zurückgekehrt?

11 Gedanken zu “St. Peter Ordings Westküstenpark – die Störche lieben ihn

  1. Die Fotos sind sehr beeindruckend. So viele Störche auf einem Haufen und so nah hat man selten. Und die Problematik beim Füttern von Wildtieren hast du auch sehr schön angesprochen. Ich habe mal gelesen, dass es Inseln gibt, wo die Einheimischen für die Touristen Delfine anfüttern. Die bringen dann nachweislich ihren Jungen nicht mehr das Fischen bei, sondern nur noch das Betteln.
    Liebe Grüße, Richard

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  2. Die Bilder sind schön, aber das Geschriebene gibt mir ganz schwer zu denken. Füttern geht garnicht. Wer sich nicht selber ernähren kann, wird nie zu den „Starken“ geören. In der freien Natur (sprich im Winterquartier) überlebt nur der „Starke“. Der Unsinn geht auf den Müllkippen in Spanien weiter. Da holen sich die Störche zusäzulich noch Krankheiten. Zum Glück läßt die EU die Deponien schließen. Endlich mal eine vernünftige Entscheidung.

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  3. Deine Fotos von den Störchen sind wunderschön. Von einem Storchenpark in dieser Größe habe ich auch noch nicht gehört und die Störche lieben den Park, wenn sie jedes Jahr vom Winterquartier zurück fliegen
    LG Andrea

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  4. Liebe Ulrike, beim Lesen Deines interessanten Beitrags habe ich mich sofort gefragt, was wohl der liebe Jürgen vom „Linsenfutter“-Blog zum Thema „Storchenbuffet“ sagen würde. Seinen Kommentar hat er ja auch prompt hinterlassen, und damit spricht er mir aus der Seele. Zufüttern kann auf keinen Fall die Lösung sein. Ein schwieriges Thema…

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

    Martina

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    1. Du wirst Lachen, das habe ich schon beim Schreiben gedacht. Was wird wohl Jürgen dazu sagen? Das habe ich wohl schon im letzten Jahr gedacht, daher hat der Beitrag so lange auf meinem PC geschlummert. Aber nun fand ich, es ist wie es ist, man muss ja nicht nur „heile Welt“ posten. Die kritischen Stimmen werden sich schon melden und das ist auch gut so. Liebe Grüße, Ulrike

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