Landladen

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Tante Emma-Läden gibt es schon lange nicht mehr. Meine Erinnerung an so einen richtig urigen Kramladen ist noch aus der Schulzeit. Auf dem Schulweg habe ich dort kleine dreieckige Papiertütchen voller saurer Lollies oder Lakritz-Schnecken gekauft.

Für ein paar Groschen. Lang, lang ist’s her…

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Nach den Krämern verschwanden später auch die kleinen Einkaufsmärkte, vor allem die auf dem Lande. Aber wenn etwas vergeht, entsteht auch oft etwas Neues. Hofläden entstanden, in denen Landwirte begannen, ihre Erzeugnisse direkt zu vermarkten.

Viele dieser Hofläden gehen mittlerweile in die zweite Generation und einige mauserten sich vom schlichten Kartoffel- oder Eierverkauf in richtig schmucke Landläden.

So auch unser Landladen Kraut und Rüben im Wesselburenerkoog (Dammstrasse 19a). Was mal als Kohl-, Gemüse- und Kartoffel-Hofladen begann, ist heute ein gut sortierter Bio-Laden mit frischen Erzeugnissen aus der Region.

Nichts hat hier seinen Weg zufällig ins Regal gemacht. Jeder Käse, jeder Salatkopf, Apfel oder jedes frische Brot wurden von Henriette und Ralf, den heutigen Betreibern des Landladens, sorgfältig ausgewählt; in bester Bio-Qualität.

Ob Tulpen oder Ranunkel-Sträuße, Topf und Beetpflanzen mit zart-weißen Blüten, rustikal-edle Übertöpfe, Kerzenständer, Stein-Elfen und Gnome für den Garten, alles ist liebevoll auf alten Tischen oder in antiken Regalen arrangiert und dekoriert.

Hier kann man nicht nur Einkaufen, hier kann man Entdecken und sich inspirieren lassen.

Einkaufswagen und Supermarktkassen gibt es im Landladen nicht. Wer seinen Kartoffelvorrat auffrischen möchte, Kohl oder Futtermöhren braucht, nimmt die Schubkarre.

Bezahlt wird sehr persönlich, oft kennt man sich und schnackt noch ein wenig. Pflanz- und Pflegetipss oder Zubereitungsideen gibt’s gratis dazu. Man kennt sich aus und nimmt sich Zeit; von Hektik keine Spur.

Ein Hygge-Schild hängt nirgends, braucht es auch nicht, der gemütlich dänische Scharm und Henriettes Verbundenheit mit diesem Land sind spürbar gegenwärtig.

Schnell noch etwas einholen geht im Landladen nicht. Ich jedenfalls habe es noch nie geschafft, nur eine Tüte Zwiebeln oder das Kilo frischen Spargel zu kaufen ohne durch den ganzen Laden zu schauen. Ohne mich treiben zu lassen von all den schönen Dingen.

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Längst vergangene Tante Emma Nostalgie, nachhaltige Qualität und viel Liebe zum Detail – was gut war und was gut ist, kommt eben doch wieder.

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13 Gedanken zu “Landladen

  1. So schöne Eindrücke, liebe Ulrike! Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie nett es sein muss, im Landladen einzukaufen. Die „Blumenabteilung“ gefällt mir besonders gut. 🌼🌹🌸 Insgesamt wirkt der Laden fast wie aus der Zeit gefallen. Schade, dass es sowas hier bei uns nicht gibt!

    Sonnige Grüße, Martina ☀️

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  2. Ui, das sieht ja gemütlich aus. Da könnte ich mich auch ziemlich lange aufhalten… zum Glück gibt es in der Nähe von meinen Eltern so einen ähnlichen Biohof-Laden, der gehört bei jedem Besuch zum Programm dazu und man kommt nie ohne mehr raus, als man eigentlich mitnehmen wollte, weil es einfach zu schön und gemütlich ist…

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  3. Ach ja, die schönen Tante-Emma-Läden, an die erinnere ich mich auch noch. Hofläden sind wirklich im Kommen, auch hier in der Gegend gibt es einige. Dein gezeigter ist natürlich echt eine Wucht, da würde ich auch gerne stöbern gehen. Alles sieht toll aus und man bekommt Appetit, wenn man das viele Gemüse und das Obst sieht.
    Liebe Wochenendgrüße von Roswitha

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  4. Wesselburener Koog…….. Heimweh……, ja so ein schicker, kleiner Laden geht im Norden. Hier, bei den sturen Franken, geht gar nix.
    Ick bün een Dithmarscher Deern un veele Lüüt secht, de Dithmarscher sünd stur. Nix. Wi sünd de Besten. Düsse Norditalieners hier, nee, nee, nee.
    Aber Spaß beiseite, was für ein toller Laden und wie wunderschön in Szene gesetzt! Hier in Unterfranken sind diese Art Läden wirklich nicht halb so schön.Vielleicht liegt es auch daran, dass mich das Heimweh quält. 19 Jahre hier sind 18 Jahre und 364 Tage zu viel. Jedes Jahr, wenn es Frühling wird und die Lerchen singen, muss ich an die Zeit denken, während der ich in Hedwigenkoog gewohnt habe. Soooo schön..
    Liebe sehnsuchtsvolle Grüße aus Unterfranken sendet Silvia

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    1. Liebe Silvia, oh je, da hat aber Jemand Heimweh. Kann ich aber gut verstehen. So ohne Wind und Wellen, da fehlt doch was. Ich bin ja keine echte Dithmarscher Deern, nur zugezogen, aber ich muss sagen, ich mag die Art. Rau aber herzlich und immer ein Fünkchen Freiheit im Blut. Und das Platt, das ich verstehe aber lieber nicht spreche, ist so sympathisch!
      Ganz liebe Nordsee-Grüße nach Franken, Ulrike

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