Schleswig – wie mich die Suche nach Schnee zur Kunst führte

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Der eine wird es wohl selbst erlebt haben, der andere in den Medien mitverfolgt haben können. Letzte Woche war Land unter im Norden – Land unter verwehten Schneemassen. Dazu rekordverdächtige Minusgrade und eisigster Ostwind.

Winter. Auch in Dithmarschen. Nur den Schnee, den gekamen wir nicht. Ich muss zugeben, ich war mächtig enttäuscht.

Am Samstag trafen dann der letzte vorhergesagte Sonnentag und endlich freie Zeit aufeinander. Zeit, um den Schnee zu suchen. In grober Richtung Nord-Ost.

Um Husum herum glitzerten die ersten weißen Felder in der Sonne. Schon ganz schön.

Dann führte mich meine Schnee-Sehnsucht weiter Richtung Osten und bei Schleswig sah es endlich richtig winterlich aus. So hätte ich es mir auch für Dithmarschen gewünscht.

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Fährt man nach Schleswig hinein, kommt man unweigerlich am Schloss vorbei. Umgeben vom Burgsee und dem Burggraben liegt das Schloss Gottorf auf einer Insel am Ende der Schlei. Schon von Weiten leuchtete der barocke Prachtbau vor dem blauen Winterhimmel.

Ich entschied spontan: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Schloss Gottorf war der ideale Ausgangspunkt für mein Schnee-Vorhaben.

Der Schlosspark präsentierte sich frostig verschneit. Auf weiten Flächen durfte ich sogar die ersten Spuren in den Schnee laufen.

Im Park findet der kunstinteressierte Besucher mehr als 50 Werke der Bildhauerkunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Mich faszinierten die Figuren der griechischen Mythologie ganz besonders. Der Kontrast von dunklem Metall und weißem Schnee, aber auch der Kontrast von Nacktheit und Kälte; ein fühlbarer Spannungsbogen.

Es erstaunt mich ja immer wieder, wie frostklirrend sich Ostwind anfühlen kann. Doch es treibt einem gleich noch ein paar zusätzliche Minusgrade unter die dicken Klamotten, wenn man die nackte Haut eines reglosen Gegenübers betrachtet.

Nereide sitzt da, elegant entspannt, schaut verträumt in die Ferne und bibbert nicht.

Aber nicht nur der Anblick der frostresistenten Nymphen bewegte. Auch der Anblick der wenigen Wasservögel, die auf den letzten freien Wasserflächen vor sich hin dümpelten, ließ mich mitleidend die Hände tiefer in die Manteltaschen schieben.

Auf der Schlei lag dickes Eis, die Ausflugsschifffahrt ruhte. Alles wartet auf wärmere Tage.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz durchströmte mich plötzlich eine ungeduldige Sehnsucht nach dem Ende der Kälte. Wie mich dieser kurze Ausflug in den Schnee doch mit dem diesjährigen Winter versöhnt hat! Der Schnee war toll und nun ist gut.

Jetzt darf es auch für mich Frühling werden.

Und dann fahre ich nach Schleswig und werde die Skulpturen der Museumsinsel Schloss Gottorf noch einmal bei weniger feindlichen Temperaturen auf mich wirken lassen.

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17 Gedanken zu “Schleswig – wie mich die Suche nach Schnee zur Kunst führte

    1. Liebe Martina, unaufhaltsam! Auch bei mir im Garten schauen die ersten Krokuse aus der Erde und die ersten Osterglockenknospen sind zu sehen. Wir brauchen nur ein paar warme Tagen und dann zieht endlich wieder Farbe ein. Ich freu‘ mich schon.
      Liebe Grüße, Ulrike

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  1. Einen voll schönen Bericht mit herrlichen Fotos hast du da wieder geschrieben!
    Das Gefühl : „Jetzt darf es auch für mich Frühling werden.“ kenne ich auch erst gut, nachdem es mal so richtig Winter war. LG Petra

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  2. Oh ja, da kann es einem schon mal frösteln, wenn man das auf den Fotos sieht. Aber ich hätte auch gerne mal an Ost- oder Nordsee den Schnee erlebt.
    Bin früher öfter mal im Winter an der Küste gewesen, doch leider hatte ich immer Pech. Schnee habe ich dort leider nie erleben dürfen.
    Deine Fotos rund ums Schloss mit all den nackten Figuren und dem schönen, weißen Schnee waren schon sehr beeindruckend. Danke

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      1. Ja, alle deine Bilder haben mich bisher erfreut, was ich so auf deiner Seite gesehen habe, deshalb folge ich jetzt deinem Blog, damit ich mir immer die schönen Nord- und Ostsee-Fotos anschauen kann.
        Liebe Grüße, Roswitha

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  3. Ulrike, Ihr hattet gar keinen Schnee? Das ist ja ein Ding!
    Na gut, nun ist eh egal – der Frühling kommt.

    Schloss Gottorf liebe ich übrigens total. Sieht super aus im Schnee – aber ich muss doch sagen, im Sommer gefällt es mir noch besser. (Was nicht an Deinen Fotos liegt sondern daran, dass mir alles im Sommer besser gefällt. Vor allem aber Schlossparks.) Wir waren mal an einem warmen Septembertag dort. Das war traumhaft; gerade im Barockgarten. Ich lass mal einen Link da – wenn´s Recht ist: http://www.indernaehebleiben.de/das-ist-kein-fjord-und-auch-kein-fluss-sondern-die-schlei/

    Liebe Grüße, Stefanie

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    1. Liebe Stefanie, ich glaube, ich erinnere mich an Deinen Schlei-Beitrag (hab’ gerade noch mal geschaut…) und ich muss zugeben, Sonne und sattes Grün sind auch eine wunderschöne Kulisse. Der Barockgarten steht für den nächsten Besuch in Schleswig ganz oben auf meiner Liste. Und lieben Dank für Deinen Link (immer gerne 🙂 ), er passt doch ganz wunderbar zum Thema. Eine schöne Woche noch, Ulrike

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