Helgoland Trilogie – Boote, Boote, Boote

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Wer keine 200 Euro für einen Flug investieren will, kommt mit dem Boot nach Helgoland. Ob das die günstigere Reisevariante ist, hängt ganz vom Boot ab, die schönere Variante ist es auf jeden Fall. Und ob nun Fähre bzw. Seebäderschiff oder das eigene Schiff, entspanntes Urlaubsfeeling beginnt bereits im Heimathafen.

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Die „Lady von Büsum“ und die „Funny Girl“ fahren von Büsum im Sommer täglich. Und da die „Lady“ schon eine alte Dame ist, wird sie auf den gut 35 Seemeilen von der „Funny Girl“ regelmäßig überholt. Zweimal täglich. Aber wer ein Schiff besteigt, der hat ja in der Regel Zeit.

Insbesondere den Tagesausflüglern sollte jedoch klar sein: die Fährfahrt ist Teil des Vergnügens; man verbringt mehr Zeit an Bord als an Land.

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Auf Helgoland angekommen, legt man nicht einfach im Hafen an. Es wird auf Reede ausgebootet. Das Ausbooten, also umsteigen von der Fähre auf ein schaukeliges, offenes Börte-Boot, ist Tradition auf Helgoland.

Zitat travellbook.de : Als sie [die Börte-Boote] zum Einsatz kamen, erleichterten sie vielen Helgoländern die Arbeit – und deren Gästen die Anreise. Denn als Helgoland 1826 Seebad wurde, habe es keinen Hafen gehabt, sagt Krüss [Helgoländer Heimatforscher]. Die Passagiere wurden „huckepack“ die letzten Meter durchs Wasser getragen.

Man stelle sich das nur mal vor!

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Andere kommen mit dem eigenen Segel- oder Motorboot und finden im Südhafen ihren Liegeplatz. Was am Freitag noch recht leer und übersichtlich aussah, hatte sich über den Samstag hinweg mächtig gefüllt.

Boot an Boot im Päckchen. Da heißt es klettern, wenn man an Land möchte und gut organisieren, wenn man plant wieder auszulaufen.

Etwas gemächlicher geht es im Nordosthafen zu. Dort liegt jedes Boot am Steg, dort kennt man sich, dort bleibt man größtenteils unter sich. Es gibt nur wenige Gastplätze.

Wirklich toll ist es, dort auf der Mole zu sitzen und mit Einbruch der Dämmerung auf Freunde zu warten, die vor guten zwei Stunden in Büsum ausgelaufen sind.

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Den Horizont nach einem winzigen Licht abzusuchen, es zu fixieren bis die Silhouette eines Bootes zu erahnen ist, bis das winzige Boot erkennbar Kurs auf den Hafen nimmt, immer schneller immer größer wird und dann, an einem vorbei, in den Hafen einläuft. Das ist wirklich spannend.

Überhaupt hätte ich nicht erwartet an einem, zugegeben sehr sonnigen, Wochenende im September so viele Bootseigner auf Helgoland anzutreffen. Aber was liegt für einen Küstenbewohner eigentlich näher als das eigenes Boot? Zumal man sein eigenes Bett dabei hat und nicht langfristig planen und buchen muss.

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Nur wenn die Freunde mit Boot nach ihrer abendlichen Inselrundfahrt erzählen, man hätte etwas verpasst, dann ist das eine echte Planungspanne… in Zeitalter des Handy… oh Mannomann!

Aber wir hatten ja noch unsere Schiffstour mit der Lady zurück nach Büsum vor uns. Bei fast spiegelglatter See, komplett eingeschlafenem Wind…

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…und in die Abenddämmerung hinein. Das war dann auch noch mal richtig schön!

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7 Gedanken zu “Helgoland Trilogie – Boote, Boote, Boote

  1. Ein wundervoller Bericht. Ich mag die Athmosphäre des Meeres so sehr, wenn gerade die Sonne untergeht und das Licht so seicht ist und es absolut windstill ist. Genau das hast Du in den letzten Bildern eingefangen und mir damit eine „Gänsehaut“ bereitet, weil viele schöne Erinnerungen dabei hoch kommen. Danke ❤

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